Waren Disco-Edits, Slomo-House, Wave, Post-Punk und Boogie einst die festen Koordinaten von Soul Clap, gehen die Herren nun zunehmend einen ähnlichen Weg wie das Mutterschiff Wolf+Lamb und wenden sich immer mehr ab vom Diktat der Disko, um sanft in Richtung Pop-Olymp zu entschweben. Den Eindruck vermittelt zumindest EFUNK (Everybody’s Freaky Under Natures Kingdom), das erste echte Künstler-Album von Charles Levine und Eli Goldstein. Nach einer Unmenge von Veröffentlichungen bei den dieser Tage unvermeidlichen Crosstown Rebels, Air Drop oder natürlich Wolf+Lamb (und einem gehörigen Hype um die ganze Chose), wurde es auch definitiv Zeit für ein Statement im Albumformat. Darauf öffnen sich Soul Clap neuen (beziehungsweise alten) Ausdrucksformen, besinnen sich auf ihre eigenen musikalischen Wurzeln und scheuen vor Achtziger-Funk mit Gangster-Attitüde genauso wenig zurück wie vor kuscheligem Breitwand-R&B inklusive Gesang von All Saints’ Mel Blatt. Letztere leiht hier auch der gefühlt gazillionsten „Need Your Lovin“-Coverversion ihre Stimme. Dass sie nichts von ihren Kernkompetenzen verlernt haben, beweisen aber glitzernde Vocoder-Slomo-House-Hymnen wie „Let It Go“. Soul Clap wollen offenbar hoch hinaus. Das gelingt hier nur bedingt und kann vor allem dann mitreißen, wenn sie sich auf ihren Trademark-Sound zurückbesinnen. EFUNK ist definitiv ein gutes, perfekt produziertes Album, bei dem aber manchmal etwas weniger mehr gewesen wäre.

 


Stream: Soul ClapEFUNK: The Singles (Part 1)