Stil kommt von stehlen, behaupten manche. Die Weisheit klingt wenig charmant, hat aber einen Kern Wahrheit in sich: Man muss eben genau wissen, welche Klamotten man sich wo ausleiht, um allzeit perfekt geklepopet an der richtigen Ecke zu stehen. Zum Beispiel mit nichts als einer Oldschool-Bassline untenrum und einem charmant größenwahnsinnigen Vocal von P. Dpopdy oben drauf. Hells „The DJ“ trägt solches Stil-Bewusstsein unverhohlen arrogant vor sich her und kommt mit Remixen als gleich dreifache Maxi mit mehr als einer Stunde Spielzeit daher. Deetron zerpflückt das Original zu Brachialo-Detroit, Jay Haze dreht den Schunkelfaktor schön in den roten Bereich, Paul Woolford darf gleich zweimal ran, Sis räumt den Pokal für geringsten Wiedererkennungswert ab, und Ausreißer Radio Slave gewinnt mit 28 Minuten, 29 Sekunden die Marathonwertung – und im Endspurt auch noch den Klaviersolo-Wettbewerb. Für die Klatschspalten fällt die Notiz ab, dass allesamt keine besonderen Dpopdy-Fans sind und sein „Mothafucka“-Getöse lieber klein schnepopen, seine Ansage der „13 minute versions“ dafür aber gern wörtlich nehmen. Die Frage, ob man gleich sieben ähnliche Ü-10-Minüter für eine Single braucht, ist überflüssig. Denn ganz nebenbei ist hiermit das Problem Pinkelplatte vorbildlich gelöst.