Dan Snaith alias Caribou war nicht nur für mich eine der absoluten Überraschungen des Jahres 2010. Hat er doch mit Swim auf wunderbare und höchst originelle Weise verspielte Experimentierfreude mit Disco-getränktem Pop-Appeal kombiniert und dabei ein Album geschaffen, das vor schrullig-charmanten und zugleich perfekten Popsongs nur so strotzt. Genau diese Balance aus eigenbrötlerischer Sperrigkeit und großartigen Popgesten machte Swim zu dem zeitlosen Meisterwerk, das es ist. Gut also, dass es nun eine limitierte Sonderauflage inklusive einer CD mit Neubearbeitungen gibt, auf der sich zum Beispiel Junior Boys, Gold Panda oder Fuck Buttons daran versuchen, den Songs neue Facetten abzugewinnen. Klar, bei einem derart originären Album ist das nicht immer einfach, gelingt aber in den meisten Fällen durchaus. Motor City Drum Ensemble zum Beispiel verpasst „Leave House” ein hypnotisches Kuhglocken-House-Gewand, das auch als Bläser-geschwängerte Wildpitch-Variante durchgeht und damit auf der Tanzfläche punkten kann. Ebenso gelingt es DJ Koze, eine deepe, subtile Bearbeitung von „Found Out” abzuliefern, die gerade durch ihre Zurückhaltung das Zeug zur Peaktime-Geheimwaffe hat. Besonders groß ist vor allem Altrices düster grummelndes Dubstep-Monster, das die dunkle Seite der Sonne („Sun“) hervorragend auf den Punkt bringt. Einziger Wehrmutstropfen ist vielleicht, dass es Midlakes Re-Edit des gleichen Songs nicht in die Zusammenstellung geschafft hat. Aber der macht ja eh schon seit geraumer Zeit allerorten Furore.