Zwischen den Osloer Disco-Renegaten Peter Lindstrøm, in der Rolle des verspulten Visionärs, und Todd Terje, in der Rolle des cleveren Ironikers, war „Prins“ Thomas Hermansen bislang eher als vermittelnder Charakter aufgetreten, dessen Kollaborationen und Remixes immer einen Elefantenfuß im Club hatten. Thomas’ andere Seite, seine Liebe zum polierten kalifornischen Adult Oriented Rock mit dessen endlosen Keyboardsoli, zur verschwenderischen Moroder-Disco, zur kosmischen Musik der deutschen siebziger Jahre, hat er auch in seinen DJ-Sets und seltenen Soloproduktionen eher nur angedeutet als wirklich ausgelebt. Sein erstes, selbstbetiteltes Album versucht nun, seine Leidenschaften zu versöhnen: bassige Housetracks mit mäandernden Phasergitarren, blubbernde Krautrock-Sümpfe unter statisch-trockenem Drumming, exstatisches Synthiezwitschern auf dem Swing von „Love Is In The Air“. Eine heikle Sache, die nur zu leicht zu einer nerdigen Wissensdemonstration oder einer selbstverliebten Daddelei werden kann. Doch genau davor bewahren ihn seine groovende Bodenständigkeit, und eine zutiefst freundliche musikalische Seele. Die Intimität der frühen Disco-Kultur durchzieht das Album wie ein warmer Windhauch. Glitzert besonders charmant in kleinen engen Kellern ohne Klimaanlage.