Es ist schon ziemlich verblüffend, dass UK-Techno über den Abstecher über die Berliner Clubwelt gerade eine wahre Renaissance erlebt. Das war so bei Sandwell District, unter deren Flagge die Downwards-Mannschaft so nebenbei die Ästhetik von modernem Clubsound prägt, und nun schickt sich Luke Slater an, eins der kraftvollsten Techno-Alben der 2000er-Jahre ins Rennen zu schicken. Man erinnere sich: Slaters zahllose Produktionen unter den Pseudonymen Clementine, Morganistic, The 7th Plain oder eben Planetary Assault Systems sind in der Historie der Clubs der ersten Hälfte der neunziger Jahre fest verortet, und so war die Gefahr durchaus gegeben, dass Temporary Suspension bestenfalls für Nostalgiker interessant sein könnte. Doch auch wenn Slater natürlich seinen Background nicht verleugnen mag, klingt er dennoch so 2009 wie nur irgendwas. Planetary Assault Systems definiert die größtmögliche Synergie aus industrieller Verzerrung und ungezügelter Energie, dennoch gewährt die Musik den zehn CD-Tracks auch organischen Freiraum zur Entfaltung. So walzt „Whoodoo“ mit seiner brachialen Basskick und den aus dem Kontinuum ausbrechenden metallischen Percussions bereits zu Beginn alles nieder und erlaubt sich mit einem „Mentasm“-Anklang zum Finale eine kleine Reminiszenz, die den Energielevel noch steigern kann. „Om The Def“ schiebt dafür in die angezerrte Aggression ganz nebenbei eine Bongo ein, während „Hold It“ an die besten Zeiten der Chicago-Trax eines Mike Dearborn oder Robert Armani erinnert und „X Speaks To X“ mit seinem kompromisslosen Beatzirkel dann endgültig alles platt macht. Unbedingt laut hören!