Die LAS Art Foundation stellt eine Installation von Pierre Huyghe in der Halle am Berghain aus. Die raumgreifende Arbeit Liminals widmet sich dem Thema der Ungewissheit und greift dabei auf Konzepte aus der Quantenphysik zurück. Es ist die erste Einzelausstellung des Künstlers in Berlin, der als einer der renommiertesten Namen seiner Generation gilt.
Die raumgreifende Umgebung verbindet Film, Klang, Vibration und Licht zu einer immersiven Erfahrung. Im Zentrum steht ein von Huyghe als „moderner Mythos” beschriebener Film, der die Entstehung einer gesichtslosen, humanoiden Figur zeigt. Diese bewegt sich durch wechselnde Zustände jenseits von Raum und Zeit.

„Es gibt keinen Anfang und kein Ende, kein Innen und kein Außen – nur einen unaufhörlichen Tanz der Materie, in dem jeder Moment ein Vielleicht ist”, erklärt der Künstler auf der Website des Veranstalters. Um diese Konzepte zu vertiefen, arbeitete Huyghe mit dem Quantenphysiker Tommaso Calarco und dem Philosophen Tobias Rees zusammen. Ihre Gespräche flossen in die Struktur des Werks ein, sowohl auf visueller als auch auf akustischer Ebene.
Klang und Vibration spielen in Liminals eine zentrale Rolle. Gemeinsam mit Calarco und Forschenden des Forschungszentrums Jülich simulierte Huyghes Team die im Film dargestellten Schwingungen der Materie auf einem 100-Qubit-Quantencomputer des Unternehmens Pasqal. Die daraus gewonnenen Daten wurden in Elemente des Sounddesigns übersetzt. Calarco beschreibt den Prozess als ein „Anzupfen des atomaren Arrays des Computers, um seine Nachhallräume hörbar zu machen”. Zusätzlich kam ein KI-Modell zum Einsatz, das auf Quantenrauschen basiert und einzelne Filmszenen generierte.

Die LAS Art Foundation wurde 2019 von Jan Fischer und Bettina Kames in Berlin gegründet und versteht sich als Plattform für zukunftsorientierte Kunstprojekte, die den Dialog zwischen künstlerischer Praxis, wissenschaftlicher Forschung und technologischer Entwicklung fördern. Erleben kann man die Installation vom 23. Januar bis zum 8. März in der Halle am Berghain.
Die Halle am Berghain ist die zweite Hälfte des Clubgebäudes und wird immer wieder für Ausstellungen genutzt. Im regulären Clubbetrieb ist diese nicht zugänglich, nur an ausgewählten Tagen im Jahr wird sie Teil der Klubnacht.