Ron Carroll ist am 21. September im Alter von 57 Jahren gestorben. Carroll machte sich als House-Vokalist mit Songs wie „My Prayer” und „Lucky Star” einen Namen, gleichzeitig war er auch als DJ und Producer aktiv. Die Todesursache ist bislang unbekannt.
Ron Carroll wurde 1968 in Chicago geboren und ist dort aufgewachsen. Als Kind sang er bereits im Kirchenchor, die Gospelmusik prägte seine Laufbahn. Als Teenager war Carroll zunächst Fan der Rockband Kiss, bevor er durch den DJ bei einer Tanzveranstaltung in seiner Schule House entdeckte.
In den späten Achtzigern war Carroll regelmäßig als DJ tätig und betrieb den Club The Bangin‘ Enterprize im Süden Chicagos. Dort traten Szene-Größen wie Lil‘ Louis oder Ron Hardy auf, was Carroll beflügelte. „Die Clubs früher waren fantastisch. Für mich war Chicago die aufregendste Stadt der Welt”, erzählte er 2005 in einem Interview.
1994 lernte Carroll seinen musikalischen Mentor Louie Vega auf der Winter Music Conference in Miami kennen. Der New-York-House-Vordenker bot ihm an, Lyrics für Barbara Tuckers „I Get Lifted” zu schreiben. Daraufhin arbeitete Carroll auch mit Größen wie Mike Dunn oder Bob Sinclar zusammen. Seine Gospel- und House-Einflüsse verband Carroll in seiner ersten House-Single „My Prayer”, zu der ihn Big Ed und Ron Trent anregten. 2000 wurde er mit den French-House-Singles „My Love” und „Lucky Star” auch international bekannt.
Zusammen mit dem griechisch-amerikanischen Produzenten Spero Pagos gründete er 1996 das Label MOS Productions, ein Ableger des Labels des Londoner Superclubs Ministry of Sound. 2001 startete Carroll sein eigenes House-Label Body Music Records.
DJs wie Todd Terry zollen Carroll Respekt, Barbara Tucker bezeichnet ihn als „unbesungenen Helden”. Ron Carroll selbst appellierte in einem Interview: „Für alle, die House lieben: Lasst die nächste Generation von dieser Sache wissen, die euch ein gutes Gefühl gegeben hat, und hoffentlich können wir sie so immer weiter und weiter leben lassen.”







