Aus MAGMA & LAVA wird MAGMA. Booker Magnus von Welck erklärt, was es mit dieser Verschiebung auf sich hat, was für einem Sound er als Kurator des Events am 8. und 9. August er auf der Spur ist – und wie man an das MELT anknüpft, das viele schmerzlich vermissen.
Was fügt MAGMA der Berliner Nacht hinzu, was sich nirgendwo anders erleben lässt?
Mit der zweiten MAGMA-Edition bringen wir Anfang August ein zweitägiges Open Air nach Berlin, das es in dieser Form hier so noch nicht gegeben hat. Ein Festival für zeitgenössische elektronische Musik und Avant-Pop, das Live-Performances, DJs und Bands zusammenbringt, Clubkultur mit Festival verbindet und mitten in der Stadt unter freiem Himmel stattfindet.
Deshalb folgen wir bewusst keinem einzelnen Genre. Unser Programm lebt von Kontrasten: House, Techno und Bass Music treffen auf Hyperpop, Alternative R’n’B, Indie und Dance-Punk. Im Fokus stehen internationale Artists, die in Berlin nur selten oder gar nicht zu erleben sind, ergänzt von Local Heroes und Kollektiven, die den Sound der Stadt prägen.

Wir wollen mit MAGMA neugierig machen, ohne zu belehren. Es geht nicht darum, dem Publikum zu sagen, was es hören sollte, sondern einen Raum zu schaffen, in dem Unerwartetes und Vertrautes nebeneinander existieren können – ein Festival, auf dem man neue Lieblingsartists entdeckt und bekannte Acts in neuem Kontext erlebt. Auch das Stage-Design folgt diesem Gedanken: Bühne und Publikum rücken näher zusammen, Grenzen verschwimmen, die Besucher:innen werden selbst Teil der Inszenierung. Wie genau? Lasst euch überraschen.
Mit bewusst niedrig angesetzten Ticketpreisen wollen wir die Hürde so gering wie möglich halten und möglichst vielen Menschen die Möglichkeit geben, MAGMA zu erleben. Wer nach dem Open Air noch nicht genug hat, kann den Samstagabend nahtlos bei der Aftershow im RSO fortsetzen: Ab 22 Uhr geht das Festival dort mit einem eigens kuratierten Clubprogramm in die Verlängerung und schlägt die Brücke zwischen Day und Night. Freut euch auf Live-Sets von Blawan und Tracey sowie auf DJs wie Pearson Sound, Surusinghe, Hekt und viele mehr.
Wer sind die Artists, die in diesem Sommer exklusiv bei euch vertreten sind – und warum sind sie euch wichtig?
Exklusiv in Berlin sind dieses Jahr unter anderem The Dare, Deki Alem, Erika de Casier, Headache, HiTech, Joy Orbison, Skin on Skin, Sophia Stel, Mia Koden und Yaeji zu erleben. Uns geht es darum, Artists zusammenzubringen, die mit einer unverwechselbaren Handschrift neue Impulse setzen und aktuelle Entwicklungen der elektronischen (Tanz-)Musik prägen. Sie stehen für unterschiedliche Szenen, Einflüsse und individuelle Sounds. Einen besonderen Schwerpunkt legen wir auf die Verbindung von Live-Acts und DJ-Sets – ein Konzept, das an die kuratorische Grundidee unseres heißgeliebten MELT-Festivals – RIP! – anknüpft und eine Dynamik schafft, die über klassische Club-Events hinausgeht.

Wie seid ihr an das Booking für die zweitägige Veranstaltung herangegangen, die auf einen eigenwilligen Mix aus Leftfield-Club- und Popmusik setzt? Wie fühlt sich der Sound von MAGMA an?
Uns hat es schon immer gereizt, neue Artists und Sounds zu entdecken und mit einem größeren Publikum zu teilen. Genau diese Idee stand auch hinter den letzten MELT-Festival-Ausgaben: ein Entdecker:innen-Festival, das neue musikalische Perspektiven eröffnet, ohne dabei den Hang zu Pop und großen Melodien aus den Augen zu verlieren. Mit dem Wegfall des MELT ist in dieser Nische eine große Lücke entstanden, die wir mit MAGMA wieder füllen möchten – zunächst in kleinerem, intimerem Rahmen, den wir Jahr für Jahr weiterentwickeln und wachsen lassen wollen.
Dabei beobachten wir, dass Genregrenzen zunehmend verschwimmen. Menschen, die gerne raven gehen, begeistern sich genauso für Live-Konzerte und umgekehrt. Internationale Festivals wie C2C, Primavera oder Rally zeigen bereits, wie gut Leftfield-Clubmusik, Pop und experimentelle Sounds miteinander funktionieren. Auch die Artists selbst bewegen sich zunehmend zwischen diesen Welten: Sie verbinden ungewöhnliche Kollaborationen, experimentelle Produktionen und Dancefloor-Momente – auch auf großer Bühne. Genau diese Offenheit und Dynamik möchten wir mit MAGMA einfangen.
Für uns ist der Sound von MAGMA eher ein Gefühl, das sich nur schwer benennen oder eingrenzen lässt. Es geht in erster Linie um die Verbindung von Club- und Popkultur, um Menschen und Communitys, die durch Musik zusammenfinden. Um das Entdecken des Ungehörten genauso wie um die Freude an Klängen, die uns schon lange begleiten.

Im letzten Jahr habt ihr lose ans MELT angeknüpft und euch als MAGMA & LAVA neu erfunden. Warum heißt ihr jetzt nur noch MAGMA?
Wir haben uns irgendwann gefragt: Warum nicht einfach alles unter einem Dach vereinen? Dann war schnell klar, dass MAGMA für uns die stärkere Brand ist und der Ort, an dem künftig alles zusammenläuft. Das fühlt sich für uns und offenbar auch für die Leute draußen einfach stimmiger an und wurde entsprechend gut angenommen.
Zuletzt: Wie arbeitet ihr mit dem RSO Valley als Location, und wie setzt ihr euch von anderen Events dort ab?
Die Zusammenarbeit mit dem RSO Valley ermöglicht uns, ein Stadtfestival auf die Beine zu stellen, das weit über eine klassische Clubnacht hinausgeht. Mit einem eigens entwickelten Stagedesign, einer Rund-um-die-Uhr-Bespielung von zwei Outdoor- und zwei Indoor-Floors sowie der Verbindung von Live-Acts, Bands und DJs entsteht eine besondere Dynamik auf dem ehemaligen Brauereigelände. Die Anbindung an den Club und das RSO-Team bietet uns zudem eine tolle Infrastruktur, auf deren Basis wir unseren kuratorischen Anspruch und unsere Vision unkompliziert umsetzen können.

Groove präsentiert: MAGMA
8. und 9. August 2026
RSO.Berlin
Tickets: ab 34,99 Euro
Line-up: Anthony Naples, Ata Kak, BambinoDJ, The Dare (DJ), Deki Alem, DJ Killing, DJ Travella, Doudou MD, Erika de Casier, Headache, HiTech, Joy Orbison, Meg10, Mia Koden, Mietze Conte, Mobilegirl, New York, Six Sex, Skin On Skin, Sophia Stel, Tai Lokun, Viko & Penglord, X3Butterfly, Yaeji (DJ) & weitere.