SoundCloud hat die Konditionen seiner Services Artist und Artist Pro verändert: Ab Ende November 2025 landen sämtliche Vertriebserlöse bei den Künstler:innen. Bisher behielt SoundCloud 20 Prozent als Provision ein. Das neue Update gilt auch für Veröffentlichungen auf allen großen Streaming- und Digitalplattformen, darunter TikTok, Spotify, YouTube Music, Apple Music, denn Soundcloud bietet auch seine Dienste als Digitalvertrieb an.
In den USA kommt außerdem eine Fan-to-Artist-Support-Funktion hinzu, über die Hörer:innen beliebige Beträge spenden können. Der Button kann dem jeweiligen Künstlerprofil hinzugefügt werden. Weitere Features sind ein On-Demand-Vinyl-Service an und ein problemloser Vertrieb von Merch.
„Streaming hat mit seinem Zugangsmodell die Fankultur und Superfankultur unterdrückt. Es ist eine Geschichte, die so alt ist wie die kommerzielle Musik überhaupt, dass Fans bereit sind, Künstler:innen, die sie lieben, finanziell zu unterstützen“, sagt SoundCloud CEO Eliah Setton gegenüber dem Magazin music:)ally.
„Früher gingen Fans zu Tower Records und gaben viel Geld aus, um den Katalog ihrer Lieblingskünstler zu kaufen. Heute erhalten sie für eine vergleichbare Summe den Zugriff auf 100 Millionen Titel über ein ganzes Jahr hinweg”, sagt er dort weiter. „Es besteht eine Diskrepanz zwischen dem, was Streaming einem Fan bietet, und dem, was ein Fan einem Künstler tatsächlich geben möchte – an Aufmerksamkeit, wie an Engagement und auch an finanziellem Support.“
Für viele unabhängige DIY-Artists und Bedroom-Producer, die SoundCloud ohnehin als Veröffentlichungsplattform nutzen, könnte das ein Wendepunkt sein: mehr Kontrolle, weniger Mittelsmänner, mehr Anteil am eigenen Erfolg. Ob sich damit das Machtverhältnis im Streaming verschiebt, bleibt abzuwarten – aber zumindest entsteht für Künstler*innen mehr finanziellen Spielraum.







