burger
burger

28 Fragen: Gudrun Gut

- Advertisement -
- Advertisement -

Der Fragebogen, den der Schriftsteller Marcel Proust „in seinem Leben dreimal ausgefüllt hat”, war als Herausforderung an Geist und Witz in den Pariser Salons des späten 19. Jahrhunderts so beliebt wie als Rubrik in den Achtzigern im Magazin der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Wir haben ihn für Nachtleben und elektronische Musik angepasst und legen ihn Musiker:innen und Akteur:innen der Szene vor.

Hinter Gudrun Gut muss man eine Klammer machen, viele berühmte Bandnamen (Malaria!, Matador) und Projektpartner (Blixa Bargeld, Bettina Köster) hineingeben und dann Musik-Legende, Grande Dame oder Underground-Ikone dazuschreiben. So gehört es sich nämlich für eine, die in Berlin und überall seit gefühlt immer ihre Kunst macht. Da fehlt dann nur noch der Verweis auf ihre neue Dokureihe zum Leben auf dem Land – schon ist Gudrun Gut musealisie…, ach was, präsentiert.

Ihren Wikipedia-Artikel sollen trotzdem andere abschreiben, wir haben Gudrun 28 gute Fragen geschickt und glücklicherweise genauso viele gute Antworten bekommen. Wer danach noch immer nicht weiß, wer Gudrun Gut ist, kann ja mal im dritten Fernsehen nachsehen.

Was ist für dich das größte Unglück?

Der Krieg natürlich, die Zerstörung und ganz lapidar: Wenn nix klappt.

Wo möchtest du leben?

Im Hier und Jetzt.

Was ist für dich das vollkommene irdische Glück?

Katzenschnurren! Und Nichtstun im Sonnenschein, schlafen, lieben, träumen, tanzen, lachen.

Was ist für dich das perfekte Line-up?

Ein abwechslungsreiches! Körper, Seele, Geist – Gott erhalt’s.

Deine liebsten Musiker:innen – im Elektronik-Kontext und darüber hinaus?

Oha. Lotte Lenya, Delia Derbyshire (auch für White Noise), ESG (Band, jetzt Familienbetrieb), Slits, Kim Gordon hält die Stellung, neuere: Lucrecia Dalt, Mabe Fratti, ja, es sind zu viele!

Dein:e liebste:r bildende:r Künstler:in?

Isa Genzken, Louise Bourgeois, Pipilotti Rist.

Dein liebster Social-Media-Creator? 

??? Ne!

Welche Eigenschaften schätzt du bei einem Partygast am meisten?

Humor.

Deine Lieblingstugend?

Ehrlichkeit.

Mit welcher:m verstorbenen Künstler:in würdest du dich gerne treffen? 

Das ist wohl David Bowie.

Deine Lieblingsbeschäftigung?

Musik und Sudoku spielen.

Was wäre aus dir geworden, wenn du keine Musikerin geworden wärst?

Filmemacherin.

Dein Hauptcharakterzug?

Man sagt, ich sei stubborn (hartnäckiger Stier).

Dein größter Fehler?

Ungeduld.

Was möchtest du sein?

Ich möchte ich sein.

Deine Lieblingsfarbe?

Schwarz, Hellblau und Rosa.

Deine Lieblingsblume?

Das ist abhängig von der Jahreszeit. Im Februar Schneeglöckchen. Ich mag Wildblumen und auch Tulpen, Anemonen, Maiglöckchen, Hortensien und Rosen.

Dein Lieblingsvogel?

Eule, Adler, Schwan, Storch, Kranich, Specht, Spatz und Finken – und jeder hat einen.

Deine liebste Stadt? 

Berlin, Los Angeles, Buenos Aires, Marseille, Porto et cetera.

Wie möchtest du alt werden?

Relaxet. Im Altersheim. Am Wasser.

Deine erste selbstgekaufte Platte?

Hm, vielleicht King Crimsons In the Court of the Crimson King. Ich hab’ damals das Cover nachgemalt. Old time fav!

Beste Party deines Lebens? (Wo, wann, wer hat gespielt?) 

Party? Zu viele, gerade in Kopenhagen im Alice zum Frauenkampftag war es top. Aber ich liebe auch kleine, intime Zusammenkünfte mit und ohne Tanz. Ein Picknick, Nachbarschafts-Grünkohlessen oder wie vorgestern eine super Geburtstagsparty bei Katinka mit guter Musik und gutem Essen.

Wofür sollte sich die Szene schämen?

Für die Ignoranz der letzten Jahrzehnte, was Künstlerinnen angeht.

Wofür schämst du dich?

Hm, oft ist es Fremdschämen.

Wozu werden wir in zehn Jahren tanzen?

Noise? Ha!

Wozu hast du vor zehn Jahren getanzt?

Zur Bassdrum!

Wie geht es dir jetzt im Moment? 

Bin leicht überfordert – es ist immer so viel zu tun. Aber ansonsten: gehts es mir natürlich: GUT. :)

Dein Motto?

Weiter, immer weiter.

In diesem Text

Weiterlesen

Features

Berliner Clubarbeitenden Gewerkschaft: „Auch wir wollen eine Work-Life-Balance haben”

Die BCG veranstaltet zum Tag der Arbeit einen Demo-Rave, um auf ihre Belange aufmerksam zu machen. Wir haben ihr gesprochen.

Felix Leibelt über Mark Spoon: „Das war kein gewöhnlicher Typ”

Wir wollten wissen, wie sich der Autor des Podcasts dem Mensch nähert, der wie kein anderer für die Ekstase und Exzesse Neunziger steht.

Zehn Jahre Institut fuer Zukunft: „Wir hatten keinen Bock drauf, dass uns alte Leute sagen, wie wir Spaß haben sollen”

Groove+ Zum zehnten Geburtstag zeichnet das Team des IfZ ein ambivalentes Bild des Clubs – und blickt der Zukunft trotzdem optimistisch entgegen.