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Supernova: Die Szene reagiert auf Massaker an israelischen Festivalgästen

Am vergangenen Samstag hat die palästinensische Terrororganisation Hamas einen Großangriff auf Israel gestartet. Ein Ziel des Terrorangriffs war unter anderem das Psytrance-Festival Supernova in der Negev-Wüste. Mindestens 260 Menschen wurden ermordet, zahlreiche weitere entführt. Diverse Künstler:innen aus der elektronischen Musik äußern sich nun zu dem Massaker.

Unter anderem Sven Väth, Damian Lazarus oder Red Axes zeigten sich in den sozialen Medien solidarisch mit den Familien und Freund:innen der Opfer. Es handle sich um keine politische, sondern eine humanitäre Angelegenheit, meint etwas das israelische DJ-Duo. Auch der israelische DJ und Producer Moscoman teilt seine Verstörung über die Gewalttat, bittet um Mithilfe und Solidarität in der internationalen Clubszene und Medienlandschaft. Auch kritisierte er die mangelnde Unterstützung durch Berliner Clubs.

Andere Acts stellen sich an die Seite der Palästinenser:innen, manche interpretieren den terroristischen Überfall auf die Zivilbevölkerung Israels als antikolonialen Befreiungskampf, beispielsweise Ciel oder Mama Snake. Die palästinensische Künstlerin Sama Abdulhadi dokumentiert auf ihrem Instagram-Kanal die Konsequenzen der israelischen Gegenoffensive gegen die Hamas in Gaza.

Ciel Screenshot (Foto: Instagram)
Einer von Ciels Story-Slides nach dem Massaker. (Screenshot: Instagram)

Das Kollektiv Business Teshno geht auf X noch einen Schritt weiter. Unter einem Kondolenz-Post des offiziellen Accounts Israels mokiert es sich über das Massaker, vergleicht das Supernova mit dem Burning Man und verweist sarkastisch auf die Nähe des Veranstaltungsortes zur Grenze nach Gaza.

Screenshot Business Teshno Israel Burning Man
Die Antwort von Business Teshno an den X-Account Israels. (Screenshot: X)

Marie Montexier oder Dr. Rubinstein hingegen fordern als Reaktion auf derartige Posts mehr Mitgefühl für die Opfer der Gewalt. Zudem weist Montexier mit einem Artikel von Nicholas Potter in der taz auf Antisemitismus in der Clubkultur hin, in dem als Beispiel die weitverbreitete Unterstützung des BDS angeführt wird. „Es wird zurzeit oft davon gesprochen, dass sich gerade sehr einseitig israelsolidarisch geäußert wird. Werfen wir einen Blick auf die Szene in den letzten Jahren. Ich sehe keine DJsagainstantisemitism-Kampagne. Es braucht jetzt diese starken Stimmen”, schreibt sie. Künstler:innen wie The Blessed Madonna, Ben UFO oder Four Tet, die noch 2018 ihre Solidarität mit dem BDS bekundeten, äußerten sich bislang nicht.

Laut aktuellem Stand wurden auf israelischer Seite 1.200 Menschen getötet, mindestens 3.000 verletzt und über 100 als Geiseln in den Gazastreifen verschleppt. Auch Deutsche sollen sich unter den Entführungsopfern befinden. Bekannt ist mittlerweile, dass die Deutsch-Israelin Shani Louk, die auf dem Festival entführt wurde, schwer verletzt in einem Krankenhaus in Gaza behandelt wird. Die deutschen Künstler Jochen Lemper und Piet Kaempfer, die auf dem Festival aufgetreten sind, befinden sich wie auch andere Acts inzwischen in Sicherheit.

Das israelische Militär reagierte mit mehreren Luftangriffen auf die Gaza-Region, laut aktuellem Stand ist auch eine Bodenoffensive seitens Israels nicht auszuschließen. Die Zahl der getöten Palästinenser:innen ist auf mindestens 1.050 gestiegen. Als postwendende Reaktion schnitt Israel außerdem den Gaza-Streifen von der Strom-, Essens- und Wasserversorgung ab.

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