InFiné 15 Years: Vorab-Interview mit Rone

Rone (Foto: Jacques-Henri Heim)

InFiné feiert seinen 15. Geburtstag, fast seit dem Bestehen des französischen Labels gehört Rone bereits zum Roster. Vor seiner Liveshow im Berliner Zenner am 13. Mai, zu der er sich im Interview auch äußert, hat uns Erwan Castex, wie der Musiker mit bürgerlichem Namen heißt, ein paar Fragen beantwortet.


GROOVE: InFiné und du sind aneinander gewachsen. Wie bist du erstmals mit dem Label in Kontakt gekommen?

Rone: Ich habe mich eines Tages dazu entschieden, meine Demos an Labels zu schicken. Ich wusste nicht viel über Labels, hatte aber drei ausgewählt. Glücklicherweise haben sie alle zurückgeschrieben und waren interessiert. InFiné hatte meine Tracks schon auf MySpace gehört. Ich entschied mich dafür, mich mit ihnen zu treffen, und wir haben uns sofort verstanden. Weil sie als einzige auf meiner Liste französisch waren, dachte ich, dass die Kommunikation leichter sei. Deshalb habe ich bei ihnen unterschrieben.

Wie haben InFiné und du sich entwickelt, seit du zum Roster gestoßen bist?

Für mich war es cool, auf einem neuen Label anzufangen, und ich habe das Gefühl, dass wir zusammen gewachsen sind. In fast 15 Jahren haben wir uns stark weiterentwickelt. Uns verbindet, dass wir uns nicht limitieren wollen. InFiné ist ein sehr offenes, eklektisches Label, auf dem man viele Künstler*innen aus verschiedenen Genres findet, in einer Atmosphäre großer Freiheit. Diese Freiheit erlaube ich mir auch in meiner Musik, und das war nie ein Problem. InFiné hat mir viele Sachen vorgeschlagen, aber nie etwas aufgezwungen. Das liegt mir. Ich will mich nicht an ein Label mit zu starker musikalischer Prägung ketten.

Wie klingt deine derzeitige Liveshow? Was ging dir durch den Kopf, als du sie konzeptualisiert hast?

Sie ist was Besonderes. Normalerweise ist eine Tour an ein Album gekoppelt, in diesem Fall ist wegen der Pandemie aber mehr als ein Jahr zwischen der Veröffentlichung meines letzten Albums und dem Beginn der Tour vergangen. Es hat keinen Sinn gemacht, mich auf ein Album zu fokussieren, also habe ich lieber auf meine Karriere zurückgeschaut. Ich habe versucht, ältere Tracks mit neueren zu mischen, und bin glücklich mit dem Ergebnis. Viele, die das live gesehen haben, meinten zu mir, dass es bisher mein tanzbarstes Live-Set ist.

Abgesehen von deinem eigenen Set: Auf welchen Act freust du dich bei der InFiné-Party in Berlin besonders?

Alle! Es ist tatsächlich schwer, da eine Wahl zu treffen, weil das Line-up wie das Label ist: Sehr eklektisch, viele verschiedene Genres. Natürlich freue ich mich auf meine alten Freunde Cubenx und Gaspar Claus, aber ich bin auch neugierig auf Bottler, weil sie die einzigen sind, die ich noch nicht getroffen habe, und sie auf meiner Nordamerika-Tour im Juni der Vor-Act sein werden.

Zum Abschluss: Was planst du für 2022?

Zuletzt habe ich mich viel mit Filmen beschäftigt, besonders letztes Jahr mit Jacques Audiard. Diese Richtung interessiert mich immer noch, es gibt da ein paar Projekte, zu denen ich aber noch nichts sagen kann. Abgesehen davon toure ich im Juni zwei Wochen durch Kanada und die USA, im Sommer spiele ich auf ein paar Festivals und im September spielen wir Room With A View mit (LA)HORDE und dem Ballet National de Marseille. Im Dezember führe ich außerdem wieder mein elektro-klassisches Project L(oo)ping mit dem Orchestre National de Lyon auf.

Groove präsentiert: InFiné 15 ans x Zenner Berlin

13. Mai 2022
Zenner Berlin

Tickets ab 27 Euro

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