Foto: Bryan Chapman (Press)

Nach der Veröffentlichung mehrerer EPs auf Labels wie Enemy Records und H.Productions gründete Bryan Chapman 2017 sein eigenes Label Monotony und startete dort mit seinen Produktionen durch. Nach dem Debut-Album 7 Shadows And Iron Lungs von 2018 und zwei EP-Releases im letzten Jahr beginnt er mit seiner Rituals EP das neue Jahrzehnt.

Auch bei Rituals besticht Chapman mit der Nutzung von repetitiven Loops, die sich ineinander verflechten, pulsieren und somit eine hypnotischen Atmosphäre kreieren. Der Titel des Eröffnungstracks „Gaia” ist angelehnt an die übergeordnete, kosmische Bedeutung der Erde: das kann einerseits Bezug nehmen auf die griechische Mythologie, in der die Göttin Gaia die personifizierte Erde darstellt, oder auf die davon abgeleitete biologische Gaia-Hypothese verweisen, welche die Biosphäre und die Erde als ein Lebewesen betrachtet.

Dieses Zusammenspiel von Ästhetik und Spiritualität zeigt sich in den drei weiteren Tracks, wie auch in unserer Trackpremiere „Yūgen”. Der japanische Begriff ist ein klassisches Ideal in der japanischen Ästhetik und verweist in seiner ursprünglichen Bedeutung auf Dunkelheit, Tiefe und Mystik. Er steht in der Kunst für eine Stimmung, die auf den ersten Blick nicht sofort erkennbar ist und im Verborgenen liegt. Ein Beispiel dafür sind die Nō-Masken aus dem japanischen Theater: Die Masken werden auf eine Art und Weise geschnitzt, sodass je nach Neigung des Kopfes verschiedene Gesichtsausdrücke zur Geltung kommen. Diese Undurchschaubarkeit spiegelt sich auch in dem Track. Die Synths pulsieren als Loops im immergleichen Rythmus und erzeugen somit durchgängig unterschiedliche, rasch wechselnde Stimmungen.

Hört hier rein in unsere Trackpremiere „Yūgen“ von Bryan Chapman.

Bryan ChapmanRituals EP (Monotony)

1. Gaia
2. Yūgen
3. Banuk
4. Lexa (Touch That Leather)

Format: Digital 
VÖ: 07. Februar 2020