HOT NATURED Different Sides Of The Sun (Hot Creations)

This is POP. Genau, groß geschrieben! Und britisch, aber sowas von. Was sich vor allem im Songwriting niederschlägt, das überdurchschnittlich gut ist für ein Album im Dance-Kontext. Auf Different Sides Of The Sun sind fünfzehn Stücke versammelt, die alle ein gutes Niveau halten – klar, ein paar schwächere Songs sind dabei, aber keine, die wirklich nerven oder peinlich sind. Überraschenderweise überzeugt die Zusammenarbeit mit Róisín Murphy mit am wenigsten, die Ex-Moloko-Sängerin gibt hier das kleine Mädel, was keiner braucht – aber jeder hat mal einen schlechten Tag, Schwamm drüber. Jamie Jones und seiner Gang gelingt es jedenfalls auf Albumlänge, Balearen-House, Dance-Pop und euphorische Hooklines in eine gute Balance zu bringen. Gefährlich wird es nur, wenn die klassischen Elemente in weichgespülte Castingshow-Kopien derselben kippen, wenn Soul zum Selbstzweck wird und Eklektizismus zu Wahllosigkeit mutiert (Westerngitarren, Ethnogezupfe und ähnlicher Nervenkitzel). Aber das passiert nur selten, der Spaß an den oft hymnisch-mitreißenden Refrains überwiegt, und man wünscht sich augenblicklich gemütlich auf einer Küstenstraße cruisend in ein schickes Cabrio mit gut dimensionierter Anlage versetzt.

 


Stream: Hot NaturedDifferent Sides Of The Sun (Album Preview)

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