burger
burger

GONJASUFI MU.ZZ.LE (Warp)

- Advertisement -
- Advertisement -

Erschütternd weltgewandt, um nicht zu sagen: beladen mit angst (im Englischen Sinn) bis hin zur Paranoia! Im Vergleich mit dem neuen Mini-Album Mu.zz.le klingen die bisherigen Gonjasufi-Veröffentlichungen ziemlich gemütlich. Sie geizten noch nie mit Effekten. Nicht mit dieser Stimme, die sich der Gonjasufi Zumach Ecks für seine Arbeit als Yogalehrer angeeignet hat und die klingt wie eine kiffende Fleischfresser-Pflanze. Was also ist anders? Es ist die Länge der Stücke. Aus Tracks sind Skits geworden. Kaum eins dieser zehn Stücke erreicht je die Dreiminuten-Marke. Der Großteil bleibt sogar unter Zwo zwanzig: Aus den hitzigen Erzählungen vom Rande der Wüstenstadt Las Vegas sind Fragmente geworden. Hineingeschlichen hat sich dabei eine atmosphärische Schwärze. In den Texten wird Geld verherrlicht und auch wieder nicht, Gewalt gepredigt und auch wieder nicht. Das Klangbild ist verzerrter, als es Gonjasufi ohnehin schon immer liebte. Die Samples rufen schreckliche Erinnerungen wach, die man selbst nie und nimmer gehabt haben kann. Überhaupt, Samples und Fragmente: Gonjasufi erklärt sich mit Mu.zz.le. Ich bin HipHop, sagen, sägen, singen diese Aufnahmen. Wer etwa Bret Easton Ellis liest, weiß nur zu genau um den Thrill darin. Denn der Horror lauert hinter dieser Spannung, die sie verströmen.

 


Stream: Gonjasufi Nikels and Dimes

In diesem Text

Weiterlesen

Features

Rene Wise: „Wenn der Loop was taugt, darf er sich nicht ändern!”

Groove+ Rene Wise ist ein junger Techno-DJ, der Jeff Mills noch ernst nimmt und ein DJ-Set nicht als Sprint, sondern als Marathon begreift. Warum? Erklärt er im Porträt.

Berliner Clubarbeitenden Gewerkschaft: „Auch wir wollen eine Work-Life-Balance haben”

Die BCG veranstaltet zum Tag der Arbeit einen Demo-Rave, um auf ihre Belange aufmerksam zu machen. Wir haben ihr gesprochen.

Felix Leibelt über Mark Spoon: „Das war kein gewöhnlicher Typ”

Wir wollten wissen, wie sich der Autor des Podcasts dem Mensch nähert, der wie kein anderer für die Ekstase und Exzesse Neunziger steht.