Anton Corbijn hat das Bühnendesign gemacht für Depeche Modes „Touring The Angel“-Tour: 31 Länder, 2,5 Millionen Publikum. Eigentlich sind solche harten Fakten ja schnuppe, doch genau das ist eben die Frage bei einer Band wie Depeche Mode: Wie sind die zu inszenieren? Corbijn, langjähriger Hausfotograf und Clipregisseur der Band, hat einen Bühnenaufbau gewählt, der in seiner trashigen Fünfzigerjahre-Space-Ästhetik zunächst an Ed-Wood-Filme denken lässt. Der „Kommunikator“, ein Robo-Interface, das mittels LED-Anzeige die title kommentiert, erinnert zudem an die Visualisierung des depressiven Roboters Marvin in Sam Rockwells „Per Anhalter durch die Galaxis“-Inszenierung. Wenn Martin Gore dann auch noch mit schwarzen Flügeln die Bühne betritt, kommt erst recht unbeabsichtigter Humor auf: Nichts scheint hier zusammenzupassen. Die Musik der Band rettet das vom ersten Ton an. Und auch wenn Depeche-Mode-Liveversionen wohl nur der Fan braucht: sie finden sich hier in einer zusätzlichen CD; nebst einem Promofilmchen auf der zweiten DVD. Besonders schön ist, dass sie mal wieder „Just Can’t Get Enough“ gespielt haben.