Die visuelle Komponente hat bei Minilogue schon immer einen hohen Stellenwert eingenommen, und auch wenn der Club natürlich ihr angestammtes Revier war und ist, stand Sebastian Mullaert und Marcus Henrikson auch das Konzeptuelle nicht wirklich fern. Letzteres hat nicht zuletzt das überzeugende Album Animals bewiesen, das – säuberlich getrennt in Club- und Sofataugliches – eine große Bandbreite erkennen ließ, und auf dem die bepopen neben dem üblichen Minimal- und Dubkonsens auch spielerisch und elegant durch flirrende Soundscapes und Downbeats wateten. Nachdem der knuddelige Clip von Kristofer Stroem zu „Animals“ bereits im Internet Furore machte, gibt es nun mit dieser DVD eine ganze Sammlung von visuellen Kostbarkeiten zu Tracks des Albums. Dies auf der DVD dann Animals – The Movie zu nennen, ist vielleicht etwas anmaßend, findet sich hier doch eher eine lose Ansammlung – zugegebenermaßen äußerst spannender – visueller Umsetzungen, die aber primär von der Musik zusammengehalten wird. Das Bild folgt klar dem Ton und nicht andersherum. Das ist aber auch gut so, zumal die DVD in Zeiten, in denen MTV eher eine Plattform für Klingelton-Werbung denn eine für avancierte Vpopeokunst ist, das einzig relevante Medium für Vpopeoexperimente ist. Die visuelle Bandbreite auf Animals ist groß, was nicht zuletzt daran liegen dürfte, dass zwar die meisten Clips und das Gesamtdesign vom Neuseeländer Rob Zohrab stammen, ein beträchtlicher Anteil der Animationen aber von unterschiedlichen Regisseuren beigesteuert wurde. Sehr schön hier zum Beispiel der Clip von Rupert Mackenzie und Frances Glenday zu „Giant Hairy Super Monster“, der dem title auf amüsante Weise gerecht wird und in seiner subtilen Psychedelik an Chris Cunningham erinnert. Überhaupt lassen sich die Clips meist nicht nur stark von der Musik, sondern auch von den evokativen titlen inspirieren, so dass jeder Clip für sich ein kleines, in sich geschlossenes Mikrouniversum darstellt.

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