Stimming

Groove Podcast 56

Photo: Presse (Stimming)

Martin Stimming ist ein versierter Tüftler, ein Arbeitstier und ganz offensichtlich jemand, der mit offenen Augen und Ohren durch die Welt geht. Der Erfolg des Hamburger Produzenten ist eng an den seines Labels Diynamic geknüpft, das dieses Jahr seinen zehnten Geburtstag feiert – neun Jahre liegt die Debütveröffentlichung Stimmings bei der hanseatischen Familienbande zurück. Seitdem hat sich viel getan und zwei Wochen nun steht das vierte Album des Produzenten, Alpe Lusia, in den Läden. Wir haben mit ihm über das gesprochen, was er am besten kann: tüfteln, arbeiten und mit offenen Ohren durch die Welt laufen. Überdies präsentieren noch als Teil des Groove-Podcasts einen exklusiven Live-Mitschnitt von Stimmings Fusion-Set aus dem letzten Jahr.

 


 

Für die Produktion von Alpe Lusia hast du dich auf die gleichnamige Berghütte im Norden Italiens zurückgezogen. Wieso die selbstauferlegte Isolation?
Um mich gezielter auf meine Musik konzentrieren zu können – in der Stadt ist man doch einfach zu abgelenkt. Mir ging es weniger um die Beeinflussung meiner Musik von den Alpen, als mich einfach komplett aus der Gesellschaft raus zu ziehen.

Wie so oft hast du deine Produktionen mit vielen Feldaufnahmen angereichert. Mal ganz provokativ gefragt: Wozu braucht es das eigentlich bei Tracks, die vorrangig in einem Clubkontext funktionieren sollen?
Club hin oder her, interessante Klänge finden überall ihre Hörer, glaube ich. Und die Clubanlagen sind ja gut genug, um solche Feinheiten darstellen zu können.

Auch hast du dir für die Aufnahmen viel Hilfe geholt – den Drehleierspieler Guilhem Desq, einen Chor und ein ganzes Orchester aus Budapest. Was reizt dich an solchen Kollaborationen – die ja ebenfalls im Kontext von elektronischer Clubmusik außergewöhnlich sind?
Naja, mir geht in erster Linie darum, was aus den Lautsprechern heraus kommt. Wie genau das gemacht wurde ist eigentlich egal. Häufig braucht ein interessanter Klang auch den entsprechenden Aufwand.

Bei deinem Podcast-Beitrag handelt es sich um einen Live-Mitschnitt von der Fusion. Wie lief dieses Set und warum hast du ausgerechnet dieses für uns ausgewählt?
Ich habe dieses Set ausgesucht, weil es ein sehr schöner und spezieller Moment war. Da ich vorher schon viele Male auf der Fusion war, wusste ich, wie sich der Großteil der Leute fühlen wird und habe versucht dem Rechnung zu tragen. Wie gesagt, ein toller Moment, den ich gerne mit euch teile.

Insbesondere das markante Vocal-Sample in den ersten zehn Minuten sticht heraus. Woher stammt dies und warum hast du an dieser Stelle eingesetzt?
Das ist Urzula Amen, die folgenden Text singt: „From one cell who can tell we come to life – half a life to realise the reason why.“ Irgendwie hat die Fusion für mich eine größere Bedeutung als einfach nur Feiern, daher dieses Stück als erstes.

Deine aktuelle Tour umfasst beeindruckend viele Termine. Wie lässt sich das mit deinem Privatleben vereinbaren – und was für Tipps würdest du anderen tourenden DJs und ProduzentInnen auf den Weg geben?
Ich mache das so phasenweise. Einige Monate Produktionszeit und danach viel Reisen. Ich glaube, so habe ich einen Weg gefunden, das noch lange machen zu können. Wichtig ist tatsächlich sich auch mal zurück zu nehmen und sich um den Partner zu kümmern.

 


Stream: StimmingGroove Podcast 56

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