Nach einer längeren Pause gibt es endlich wieder ein deutliches Lebenszeichen von Rustie, dem schottischen Spielkind unter den Bassmusikproduzenten. In den drei Jahren, die seit seinem Debütalbum Glass Swords vergangen sind, scheint sich musikalisch bei Russell Whyte auf den ersten Blick nicht viel verändert zu haben. Flirrende Computerspiel-Sounds und andere Fundstücke der billigeren Elektronik, gepaart mit rastlos stotternden Breakbeats, gibt es auch auf Green Language reichlich, bloß die Gestaltung hat sich etwas verschoben. Die Produktionen sind stärker ausdifferenziert, wie schon die zweite Nummer „A Glimpse“ mit ihren flirrenden Steel-Drum-Klängen vormacht. „Raptor“ hingegen knallt brachial drauflos, um sich danach immer wieder selbst zu unterbrechen, und im zentralen Track „Tempest“ kommen sogar digital bearbeitete Gitarren erfolgreich zum Einsatz, ohne dass man an Rock denken muss – wobei Rustie als Einflüsse durchaus auch die Postrock-Monumentalisten Godspeed! You Black Emperor nennt. Vor allem aber kommt diesmal tatkräftige Unterstützung von Gast-MCs, die in diversen clubfreundlichen Grime-Nummern resultieren, von denen „Lost“ dank des Talkbox-Auftritts von Redinho zugleich als Popsong überzeugt, dem Rustie mit schlurfig synkopierter Rhythmen einen untergründig zögerlichen Charakter verpasst. Für den ganz großen Wurf wirkt Green Language allerdings ein bisschen zu zerklüftet, die freieren Instrumentaltracks und die Songs stehen zu unverbunden nebeneinander, um einen richtigen Bogen zu ergeben. Aber vielleicht sollen sie das auch gar nicht.

 


Video: RustieAttak (feat. Danny Brown)