Es ist ja nicht so, als wäre das Trio Fujiya & Miyagi dafür bekannt, auf jedem neuen Album einen neuen Sound zu präsentieren. Seit jeher sind es eher die Nuancen, die die Jungs aus Brighton ausmachen. Da wäre einerseits ihre dekonstruktivistische Hommage an die Blütezeit von Krautrock, andererseits die Stimme von David Best, die immer irgendwie zwischen unterkühlter Monotonie und ultracooler Laszivität pendelt. Für ihr fünftes Album Artificial Sweeteners haben die Herren die Disco-Kugel aus dem Keller geholt, ins Studio gehangen, nur um sich immer wieder daran zu erinnern, dass es bei ihrer Musik ums Tanzen gehen soll. Die neun Stücke strotzen mit mal glänzenden, mal pubertierenden Synthie-Melodien, die gerade auf „Tetrahydrofolic Acid“ einige schöne 303-Schleifen in petto haben. Überhaupt kämpft der Langspieler einen schönen Wettstreit zwischen analogen Maschinen und digitalen Layers aus. „Acid To My Alkaline“ verbindet ein Drum-Maschinen-Inferno mit einer tänzelnden Gitarre, „Daggers“ klingt wie ein altes Stück von Michael Rother und „Rayleigh Scattering“ ist als Instrumentalstück der insgeheime Höhepunkt der Platte. Zwischen Italo-Disco, Kraut-Pop und Electro-Funk – Fujiya & Miyagi geht immer.

 


Stream: Fujiya & MiyagiFlaws