Für die zweite Ladung Trouvaillen deutscher elektronischer Musik aus den Siebzigern bis frühen Achtzigern buddeln Soul Jazz ein paar Schichten tiefer. Müssen sie, schließlich sind Kosmische Musik, Krautrock, Acidfolk, und was es damals alles an mäandernder, repetitiver, motorischer Musik aus (West-)Deutschland gab, schon ziemlich ausgeleuchtet, zum Beispiel vom rührigen Hamburger Label Bureau B. Damit allerdings geraten Soul Jazz an Leute wie die folkklampfenden Bröselmaschine oder die Kommunenhippies Agitation Free, deren Musik nicht ohne Grund vergessen ward. Aber ein paar Wieder-/Neuentdeckungen sind doch dabei – zum Beispiel der kühle Synthiepop von Wolfgang Riechmann, mit klassisch englischem Buchstabendreher auf der gesamten Platte falsch „Reichmann“ geschrieben, den man, wenn man wollte, allerdings schon von einer Bureau-B-Wiederveröffentlichung kennen konnte. Oder aber Harald Großkopf, dessen grandioses Album Synthesist jedoch Rvng Intl. vor zwei Jahren schon wiederveröffentlicht haben. Und sogar die ethnotrancenden Niagara, bei denen der heute zur Witzfigur verkommene Udo Lindenberg Schlagzeug spielte. Insgesamt und auch dank des dicken Booklets eine so unterhaltsame wie informative Außenansicht.