Klackern, verhallende Geräusche und Vocalschnipsel leiten das Debütalbum von Robert McAndrews ein. 2010 erschien seine erste Single, die er mit seinem Jugendfreund James Blake aufnahm. Seitdem tourte McAndrews als Gitarrist mit Blake, machte sich als DJ einen Namen und veröffentlichte auf R&S Musik, die von der Körperlichkeit des Dubstep inspiriert ist und deren geöffnete Räume er unter anderem mit Fieldrecordings und Vocalsamples anfüllte. Mit seinem Debüt For Years hat er ein Portfolio kreiert, das vor allem durch Viefalt besticht. Der Eröffnungstrack „Wait“ führt stimmliche Zerbrechlichkeit vor und weckt mithilfe von Gitarrenakkorden über einem schleppend zurückhaltenden Beat Melancholie. „Autumn“ entspricht mit akustischen Gitarrenklängen, markantem weiblichem Gesang und warmem Bass statt einem Track eher einem Song. Das ist die eine Seite des Albums: Einfühlsamkeit, Zerbrechlichkeit und vielleicht auch ein wenig Angst. Auf der anderen Seite birgt es aber auch humorvolle, leicht abstruse und tanzflächentaugliche Tracks wie „Milkola Bottle“ oder „Pyramid Lake“. „Fault Line“ lädt zwischendurch mit 4/4-Bassdrum, flirrenden Hi-Hats und windigem Bass zu einem euphorischen Ausflug in Clubgefilde ein und macht das Stimmungsspektrum komplett. Mehr Abwechslung und Gefühl kann man von knapp 39 Minuten Laufzeit nicht verlangen.

 


Stream: AirheadMilkola Bottle

  • Merowinger

    „For Years“ liebe Leute, nicht „For Days“. ;)

    • Daniel Fersch

      Huch! Vielen Dank für den Hinweis – ist korrigiert!