Obwohl Domino vielen wohl eher als Indie-Rock-affines Label bekannt sein dürfte – man denke nur an Franz Ferdinand, The Kills oder Wild Beasts – haben die Londoner mit Veröffentlichungen von etwa Four Tet oder den Junior Boys stets auch ihre Liebe zur elektronischen Musik bewiesen. Auf der Compilation Motion Sickness kommen diese beiden stilistischen Eckpfeiler von Domino nun auf gleich zwei CDs zusammen, die Remixe für und von Maya Jane Coles, Hot Chip, Animal Collective, Tricky, Matthew Dear und etlichen weiteren Namen aus den letzten zehn Jahren Labelgeschichte zusammenfassen. Auf Disc 1 haben dabei vor allem die Stücke mit Disco- und Housebezug Platz gefunden. Zum Beispiel Joy Orbisons fantastische Neuinterpretation von Four Tets „Love Cry“, der gelungene Daphni-Remix zu „Night & Day“ von Hot Chip oder Theo Parrishs geniale Bearbeitung von About Groups „You’re No Good“. Disc 2 versammelt hingegen die eher kratzbürstigen, teils experimentellen aber leider zu großen Teilen schrecklich prolligen oder einfach tief im Mittelmaß versunkenen Remixe des Domino-Katalogs. Wenn sich etwa Fake Blood an Bonde Do Roles „Marina Gasolina“ versuchen, ist die Skip-Taste schneller gedrückt, als der erste Drop gelutscht. Nicht einmal die Remixe von sonst so sicheren Bänken wie Dam-Funk, Balam Acab oder Oneohtrix Point Never können hier noch viel retten. Insgesamt eine durchwachsene Angelegenheit, deren Highlights man jedoch bereits allesamt im Plattenkoffer oder zumindest auf dem Schirm hatte – schade.


Stream: Junior Boys – Like A Child (Carl Craig Remix)