Uwe Schmidt agiert mit Punkgestus, er wirft mit Veröffentlichungen nur so um sich. Bei Raster-Noton hat er sich zuletzt an Franz Schubert abgearbeitet, mit HD wird es nun eklektisch. Den oft so diffusen Sounds dieser Tage setzt HD eine widerständige Schärfe entgegen. Das bildet die klangästhetische Klammer, in der Schmidt sich hier die Popgeschichte vornimmt (natürlich Kraftwerk, aber auch Prince, The Who, sogar Bluesrock), als Pop HD eben. Oder besser: Agit-Pop HD: Denn gebellt wird hier gegen ganz alte Feindbilder. Etwa gegen den „corporate sound“ der Majors oder den Pop-Imperialismus von MTV (was hier „Empty-V“ buchstabiert wird). Schmidt setzt all dem ein beherztes und vehement vorgetragenes „Ich bin meine Maschine“ entgegen, begleitet von Gästen wie Alva Noto oder Jamie Lidell. Etwas ratlos macht das überkommene Politikverständnis: Das pädagogische Präsentieren von Slogans macht bekanntlich noch keine politische Kunst. In dieser Hinsicht ist HD etwas fad – trotz noch so harscher Bässe.