Dass man im Hause Cocoon der Serialität durchaus wohlwollend gegenüber eingestellt ist, gehörte schon seit Beginn zur festen Programmatik des Frankfurter Renommierlabels. Noch relativ neu ist dabei die Dots & Pearls-Reihe, die aber mit der diesjährigen zweiten Ausgabe endgültig flügge geworden ist. So eröffnen die Punkte und Perlen schillernde Einblicke in die breit aufgestellte Welt der elektronischen Tanzmusik, zuweilen auch mal mit nicht so bekannten Protagonisten. Dabei gilt es echt Großartiges zu entdecken: Den Anfang macht der Italiener Ilario Alicante mit dem Berliner Highgrade-Mitbegründer Todd Bodine, deren ornamentreiches Techno-Opus „Modern Apocalypse“ gleich tief in die offene See entführt. Einen mehr als interessanten Gegenpol zeichnet dann der Birminghamer DJ/Producer Ashique Subhan alias Subb-an, der gemeinsam mit Kopenhagens Jacob Phono eine traumhafte Synthese aus Chicago House und hypnotischem Wave-Pop konstruiert, der gesanglich fast an Jim Morrison erinnert („In The Night“), während der Break New Soil-erfahrene Marco Effe an die besten Zeiten des Neunziger-NL-Technos Marke Orlando Voorn anschließt („Jellied Eels“). Grandios auch die intensive Echo-Studie „Iwato“ des Minus-Künstlers Kevin McHugh alias Ambivalent, die gut und gerne den Erfolg seines Clubhits „RU OK“ von 2007 toppen könnte, sowie Danito und Agent! mit ihrer „Raw Symphony“, die zwischen moderner Percussion, analoger Säge und Weihnachtsglöckchen alle Register zieht. Lohnend außerdem auch der digitale Nachschlag, insbesondere der suggestive Swamp-Dub von Patrick Kunkel und Sascha Barth („The Gate“) oder Ross Evanas Psychodiscotech „Cheget“.

 


Stream: Diverse – Dots & Pearls II (Previews)