Der Weggang von Magda, Troy Pierce und Marc Houle vor einem Jahr hinterließ bei Minus ein Loch, der Sound des Labels wirkt seitdem weniger definiert. Mit Minus12 gründet man jetzt ein Sublabel für neue Künstler, als erstes erscheint ein Mix-Album von Ambivalent. Die 21 Tracks sind überraschend dicht und reich. Mit ihren lebendigen Bass-Dramaturgien und den schmetternden Snare-Drums passen sie in den Minus-Zusammenhang. Für die dreizehn Musiker, von denen einige noch überhaupt nichts veröffentlicht haben, erscheint dieser Kontext alles andere als ausgeschöpft. Oft spürt man einen Wiederhall der Plastikman-Alben aus den Neunzigern. Jorge Ciccioli verwebt Bleeps und Percussion zu einem einzigen Impuls, den er in der Echokammer verschwinden lässt. Michael L. Penman erzeugt einen irisierenden Klang, indem er der Bassline einen Stimmfetzen als Echo verpasst. Multiple Mono verkürzt den typischen Minus-Groove zu einem abrupten Stottern. Saso Recyd misst ein Disco-House-Sample exakt in den zuckenden Hämmern des Takts ein. So ist _ground überraschend eigensinnig, klangverliebt und humorvoll.