In Kopenhagen geht gerade einiges an eigenwilligen Housesounds und experimentellem Techno. Tartelet, das gemeinsame Label von Emil Margetli Nyholm und Frederik Bille Brahe, hat sich mit knapp zwanzig EPs in vier Jahren ins Zentrum dieser Entwicklung gespielt. Es geht ihnen allerdings um mehr als nur die stolze Repräsentation lokaler Helden. Tartelet agiert international, jenseits heimeliger Nischenbildung und entzieht sich so geschickt jeder voreiligen Kategorisierung. So will die erste Compilation des Labels auch kein zusammenfassender Rückblick, keine typische Werkschau sein, sondern eine unsortierte Versammlung fangfrischer House Music im allerweitesten Sinne. Diesen Anspruch erfüllen die zehn exklusiven Tracks von Contemporary aufs angenehmste. Brandt Brauer Frick im Sehnsuchtsmodus treffen auf das exzentrische Space-Disco-Songwriting von Kenton Slash Demons „Daemon“. Der detroitige Retro-Futurismus von James Braun tanzt im selben dänischen Keller wie Mikkel Metals subtiler Techno-Dub „Long Way“, trifft dort junge Talente wie Andrea Fiorito, Acid Woman und Samuel André Madsen. Besonders Madsens knallige Chicago-Hommage „Ur Eyes“ lässt auf Großes hoffen. K-Town ist immer eine Reise wert. Bislang eher wegen Design, Architektur und Mode, nun auch wegen der Musik.

 


Stream: DiverseContemporary (Album Preview)