Herzig waren die Stücke von Joe Goddard und Raphael Rundell ja immer schon und auch wenn man eine Vielzahl der jetzt als Album zusammengefassten Stücke schon von den EPs kennt, so macht das Format doch Sinn. Es geht schließlich nach wie vor um Popmusik im Club-Pelz. Inmitten ihrer ehrfürchtigen Verbeugungen gegenüber der House-Klassik der Achtziger und Neunziger machten die beiden Bärchen nie einen Hehl aus ihrer bedingungslosen Liebe zu glitzerndem Disco-Kitsch und ausufernden Popgesten, was man ihnen auch immer gerne zu verzeihen bereit war. Zum einen mag das an diesem lässigen London-Style liegen, bei dem Soul immer etwas britisch-aristokratisches bekommt und 2step, Garage, Reggae und eben House per se Tür an Tür gedeihen. Zum anderen ist da Joe Goddards unverwechselbares Timbre, das einen immer direkt in der Brust packt und auf die Knie zieht. Das Hot-Chip-Moment sollte in der Tat auch im Club-Kontext nie unterschätzt werden und Feel-Good-Hits, bei denen man sich liebhaben kann, kommen auch bei Ravern gut an. Für den Club funktioniert allerdings vor allem die zweite CD des Doppelalbums, bestehend aus jeweils einem Remix zum entsprechenden Song. Ganz vorne mit dabei: Midland, Africanz On Marz und Blakkat, die mit dem Floor im Blick den Pop-Überschuss zügeln und für eine ideale Balance der beiden Teile sorgen.

 

Stream: The 2 BearsBe Strong