Hinter dem Pseudonym Hobo steckt der junge Kanadier Joel Boychuk, eine Hälfte des Microhouse-Duos Tractile. Nach nur drei EPs wartet der Jungspund nun mit seinem Debütalbum auf. Ein Minimalalbum, das dem Genre noch einmal neue Tonaspekte abzugewinnen versucht, ohne schon tausendmal gehörte Klang-Stereotypen zu reproduzieren. Die Musik funktioniert nicht über führende Hooklines oder donnernd dominierende Drumpatterns. Die geruhsamen Grundschläge sind mit filigranen Bassschleifen verwoben, die unter einem feinen Netz aus perkussiven Elementen und kurzen Tonsplittern liegen. Das Klangbild ist immer zentriert, und keins des zwölf Stücke versucht, sich offensiv als Hit anzubiedern. Aber schroffe Klangfarben oder derbe Drones sind den Tracks fremd, sodass man sich doch nicht des Eindrucks erwehren kann, dass nach dem Hoch von Minimal im vergangenen Jahrzehnt tatsächlich gestalterische Grenzen erreicht sind – wenngleich in „Ipperwash Dusk“ mit dem höhlenhaften Hall und den weit gestaffelten Soundscapes von Dubstep geflirtet wird und das dichte „South Endian“ gänzlich ohne tragenden Rhythmus eine bedrohliche Atmosphäre entwickelt.

 


Video: HoboIron Triangle (Album Trailer)