Sie sagt, sie sei von Sounds fasziniert, und meint dabei ganz konkrete Klänge. Diese Passion hat Emika, die in Berlin ein paar Jahre lang für Native Instruments gearbeitet hat, bereits auf der Berghain-Compilation F ü n f ausgespielt. Als Ausgangsmaterial der Zusammenstellung hatte sie vier Gigabyte Sounds im Berliner Club aufgenommen: die Subbässe der Getränkekühlung, das Schwingen der Treppen – das Gebäude selbst, wenn es nicht von feiernden Menschen in Beschlag genommen wird. Für ihr selbstbetiteltes Debütalbum ist diese Art zu produzieren von Bedeutung. Denn wenn die im englischen Milton Keynes aufgewachsene Ema Jolly auch Melodien singt und in ihrer Arbeit an Flächen und Beats hörbar etwas aus Bristoler Dubstep-Zeiten mitgenommen hat – mit Beschreibungen in Popbegriffen wie etwa „Autorinnen-Electro“ ist diesen Stücken nicht beizukommen. Das ist nur die Form. Der Inhalt ist sehr bewusst gesetzt, jede Note, jedes Element. Emika lässt jede strukturierte musikalische Passage, sei es eine Basslinie, eine Gesangsmelodie, aus einer kaum vernehmbaren Ferne her auftauchen. Sie knetet das Material durch den Maschinenpark. Und am Ende klingt es ab, ganz langsam. Jeder Klang hat hier eine Geschichte, geht Allianzen mit anderen Klängen ein oder widersetzt sich ihnen. Das ist das Drama der Komplexität! Wer sich ihm hingibt, wird belohnt.


Stream: EmikaEmika (Abum Mix)