Dass es sich bei der Großstadt Hamburg auch in Sachen Musik um ein geografisches Schwergewicht handelt, das dürfte jedem und jeder klar sein, der oder die sich in den vergangenen 15 Jahren mit deutscher Popkultur beschäftigt hat. Blumfeld und Tocotronic, die Beginner und Deichkind, die Goldenen Zitronen und selbstverständlich Label wie Dial oder Smallville haben das Gesicht der Stadt geprägt. Den Fokus auf die Veröffentlichungen der Letztgenannten legt die erste Ausgabe der Download-only-Compilation H a m b u r g  E l e k t r o n i s c h und präsentiert mit einer beeindruckenden Namensliste das Who’s-who der norddeutschen Houseszene. Beginnend mit einem recht verträumten Stück Slowmotion-House von DJ Phono geht es mit dem Kollektiv Turmstrasse, Kozes „Blume Der Nacht“ und Tensnake mit noch deutlich angezogener Handbremse weiter, während die Beiträge von Extrawelt, Solomuns Pianohymne „Curesto“ oder Isoleé das Tempo ein wenig anziehen, um mal bei abgegriffenen Formulierungen zu bleiben. Musikalisch werden hier weniger massenkompatible Gassenhauer geboten als vielmehr Qualitätsmusik für Menschen, deren Gehirnzellen sich noch nicht im Lösungsmittel-Wahn verabschiedet haben. Nicht alles taufrisch (aber trotzdem auch drei exklusive Tracks, unter anderem von Wareika), insgesamt jedoch ein absolut stimmiger Überblick, was den Stand der Dinge im Norden angeht.