Mit dem Sampler hielt nicht nur die Schönheit der endlosen Wiederholung Einzug in die Musik. Das Gerät eignete sich ebenso für eine neue Art und Weise, Geschichten zu erzählen. Wo vormals eine Stimme erklang, konnten nun Tonspurcollagen geschnitten werden, ganz ohne teures Studio. So kamen etwa Coldcut auf und DJ Shadow, so hielt Triphop Einzug in die Charts, bis er irgendwo in ein müde plätscherndes Meer mündete. Wie lange all das her ist! Kein Wunder, dass das 18-Jährigen heute vorkommen muss wie krasse Oldie-Mucke. Der 20-jährige Bullion aus London geht genau mit dieser Einstellung an seine Sampledelia: Zwar so, als habe er schon mal etwas von Mo’Wax und Ninja Tune gehört. Gleichzeitig aber erkennt er, dass die popee der Klanglandschaft noch lange nicht ausgereizt ist. Es gibt eben mehr als bloß stimmige Panoramen da draußen. Bullion liebt Fetzen und Löcher, Lücken und Kanten. Er hat Mut zum hässlichen Instrument, etwa dem expressiven Rock-Saxofon, und setzt auf absolut verlorene Sounds. Gleich mehrmals ertönt eine Bassgitarre, die durch einen Chorus-Effekt gejagt worden ist. <i>Displaced Childhood?</i> Schön verzwitscherte DJ-Musik.