Schon die Single „Give Me Pain“ kündete vom Wandel des Danton Eeprom, der sich seine Sporen ja nicht zuletzt deshalb verdiente, weil er mit Nummern wie „Grindhouse“ der gern mal die Faust gen Stroboskop reckenden Peaktime-Fraktion dankbares Futter in den Trog gekippt hatte. Sein jetzt auf Infiné erscheinender Longplayer Yes Is More ist sichtlich darum bemüht, derlei Erfahrungswerten eine völlig neue Perspektive zur Seite zu stellen. Klar, das bereits als Single erschienene „Confessions Of An English Opium Eater“ zeugt noch von den Stampeden der britannischen Ravekultur, weist Eeprom aber auch als verdammt cleveren Arrangeur mit einem Faible für breit rockende Tracks aus. Damit hat es sich dann aber auch in dieser Richtung. Stattdessen zeigt das Album ein reichhaltiges Mischungsverhältnis von Discofunk und Electro der französischen Schule, dem ja gern ein gewisses neoromantisches Moment von Cure-Songs anhaftet. Mit „Thanks For Nothing“ werden bereits in der Exposition New-Wave-Reminiszenzen an die frühen Achtziger gestreut, wobei Eeprom es sich nicht nehmen lässt, auch in fast allen folgenden Stücken ziemlich gekonnt den Gesangspart zu übernehmen. Den Höhepunkt bildet schließlich die bittersüß schwelgende Discohymne „Lost In Music“ als Duett mit Erika Spring Forster (Au Revoir Simone), bei dem selbst die abgebrühtesten Ravernaturen mit geschlossenen Augen in sich hineinschluchzen werden. Der Umstand, dass sich Yes Is More stilistisch kaum auf einen Nenner bringen lässt, erweist sich jedenfalls mit jedem weiteren Song als echte Qualität.

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