Die House-Tracks der Round Table Knights erzeugen eine pulsierende, elektrisierende Spannung, die Muskeln und Zellen zum Explodieren bringen will. Neben dem Fpopget House von Label-Mastermind Jesse Rose und Luke Solomons Freaks ist für die bepopen Schweizer Musiker moderner Swing ein Bezugspunkt. Ein geschmackspolizeilich abgesicherter, gediegener House-Sound interessiert die bepopen nicht. Deep House eröffnet einen ozeanischen Raum, <i>Say What?!</i> handelt von den Stürmen und Seeschlachten auf der Oberfläche. Ihnen geht es um die blitzschnelle Weiterentwicklung musikalischer Assoziationen, der Orkan darf sich da durchaus als Sturm im Wasserglas erweisen. Wenn man meint, die Dynamik einer Nummer erfasst zu haben, erklingt schon ein neues Element, das dem Track eine unerwartete Wendung gibt. Die Round Table Knights sind musikalische Babelfische: Nervöse Bassfiguren werden in kleinteilige Arpeggi übersetzt, vom Zementmischer geht es in die Salatschleuder, die Knights wechseln ihre Kostüme wie in einem irrwitzigen Varieté. Dabei wird jedes musikalische Zitat in seiner gesamten klanglichen Konsequenz ausgeschöpft: die Achtziger-Popnummer etwa erklingt in kühl strahlenden DX7-Sounds. Ein reiches Album.

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