Wer noch auf der Suche nach der passenden Musik zur Jahreszeit ist, dürfte mit dieser Platte bestens beraten sein. Pit Waldmans Einstand auf Albumlänge als Gorge versprüht eine unverschämt unprätentiöse Leichtigkeit, die zu keiner Zeit schwülstig wird. <i>Mood</i> steht dabei ganz in der Tradition des Rhein-Main-Sounds und bringt doch einen sehr eigenen Charakter mit. Die melodische Effizienz der Harmonien erinnert bei Gorge nicht selten an die wirkungsvolle Vorgehensweise von Altmeistern wie Theo Parrish, suhlt sich dabei aber weit weniger im Schmutz der analogen Maschinen. Das Klangbild dürfte von dem einen oder anderen als etwas zu steril empfunden werden, die warme und organische Patina tröstet aber locker darüber hinweg. Schnepopige Loops ziehen hier lässig ihre Kreise, immer begleitet von einer akzentuierten und straffen Basslinie. Es geht sehr aufgeräumt zur Sache, kaum ein Ton oder Akkord scheint zu viel. Meditative und soulige Keyboard-Sequenzen bilden den Ruhepol der meisten Stücke. Nur gelegentlich lässt sich Waldman zu etwas mehr Pathos hinreißen, aber immer in verträglichen Dosen. Gorge ist mit <i>Mood</i> ein wunderbares Debütalbum gelungen, das sich leichtfüßig zwischen Optimismus und konzentriertem Tiefgang bewegt. Bitte mehr davon.

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