Die Höhepunkte auf Cadenza liefert immer noch der Cheffe selbst, zumindest was das Abstraktionsniveau betrifft. „Somewhere We’ve Got – Ciudad Del Luz“ legt das Moment seiner Betonung auf ein verschachteltes Verlangen nach Komplexität, während „House Tool’s“ lieber seinen Soulgesang über die gnadenlos gespannte Basslinie schleift, nur um im perkussiv wippenden „Behind My Soul“ und dem flächig verträumten „Melodrame“ dann klarzustellen, dass der Nutzen von Kickdrums gemeinhin überschätzt wird. Parallel dazu, um sich gewissermaßen selbst entgegenzustehen, kommt die erste Nummer auf Lucianos Digital-Plattform Cadenza Lab als knapp zwanzigminütiges Blubbertool voll schräger Effekte für all jene, die sich an die frühen Tage Lucianos erinnern können und denen drei Decks beim Mixen nicht zu viel sind. Noch besser gefällt allerdings „Ameal Drama“, das auf (nur) 16 Minuten mit afrikanischer Harfe Ethnoromantik für den Sommer zupft.