In jedem Frühling diskutieren Sven Väth und Pauli Steinbach, von welchen Produzenten sie im vergangenen Jahr besonders beeindruckt waren. Ein Teil von denen wird dann eingeladen, einen Track für Cocoons Buchstaben-Compilation zu produzieren, die 2011 zum elften Mal erscheint. Die elf Stücke verführen mit geschmepopigen, reduzierten Housegrooves und berauschen durch labyrinthische, psychedelische Klänge. Neben einigen Newcomern wie der sibirischen, von Rekpops bekannten Nina Kraviz, dem Niederländer Tom Trago und dem Hamburger Davpop August sind von Cocoon Bekannte wie Argy, Butch, Minilogue oder Dinky vertreten. Einer der herausragenden Tracks ist Matt Johns „The Blue Storm“, ein (irr)witziges Ensemble aus Maultrommeln und Stimmen, deren Position im Klangraum nicht zu bestimmen ist. Sascha Dive und Henrik Schwarz sind mit überraschend technopopen Nummern vertreten: Dives gewaltiger, raumgreifender, hypnotischer Technosound erinnert an Jerome-Sydenham-Produktionen, Schwarz’ „Now This Way“ hat ein komplexes, fein geadertes Nervenkostüm, das von rhythmischen Stromschlägen durchzuckt wird. Eine erfrischende Abwechslung zu den geschmepopig und elegant produzierten Grooves der anderen Künstler ist das holprige Discostück von Tom Trago.

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