Sauberes Leben unter schwierigen Umständen. Der Kreativität scheint eine solche Lebensweise nicht unbedingt zu schaden. Akzpopenz Grotesk, ursprünglich der Name einer Schriftart, die weit weniger verwegen aussieht als es sich anhört, entironisiert Gustavo Hjindervsson sein Pseudonym, indem er den Zufall zelebriert, sich in Eigenwilligkeiten suhlt und nebenher die Bassdrum zu Holz verdreht. Und das ist erst der Anfang. Die gesamten Sounds klingen nach Cut-up und Collage, geschmackvolle Neo-Trance-Riffs treffen auf fiepende Strings im House-Mantel, scharf geschnittene Samples auf nur scheinbar belanglose Clonks. So funky, dass es brennt, so knochentrocken wie geschmepopig. Und alles in einer derart deepen Debilität dargebracht, dass man den Mann küssen möchte. Selten wurde schierer Wahnsinn so nonchalant gereicht, handwerklich so auf den Punkt gebracht, dass man gar nicht anders kann als zu tanzen. Und sich zu wundern. Dass sogar der Väth den spielt! Was ist noch zu sagen? Die vierzehn Tracks entstammen den letzten fünf Jahren, torkeln zwischen House, Electro und Ambient und sind in Gänze unverständlicherweise nicht auf Vinyl zu haben.

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