Musik als Waffe: Nik Nowaks Klangskulpturen sind in Dresden zu sehen

Nik Nowak präsentiert seine Soundinstallation Schizo Sonics: Klang als Waffe im Kalten Krieg vom 29. November bis zum 2. März 2025 im Militärhistorischen Museum in Dresden. Monumentale Skulpturen und kraftvolle Soundwelten laden Besucher:innen dazu ein, die politische und emotionale Macht von Klang auf eine ebenso sinnliche wie nachdenkliche Weise zu erkunden.

Die Ausstellung rückt zwei zentrale Arbeiten in den Fokus: Panzer (2011), ein zum Soundsystem umgerüsteter Muldenkipper mit Stahlketten, ist eine Soundskulptur, die sich mit den politischen Reggae-Soundsystemen der 1970er in Jamaika auseinandersetzt. The Mantis (2019) ist eine künstlerische Reflexion auf den Lautsprecherkrieg an der deutsch-deutschen Grenze im Kalten Krieg. Dieser entwickelte sich zwischen 1961 und 1965 zu einem akustischen Duell, bei dem sich leistungsstarke Lautsprecheranlagen gegenseitig zu übertönen versuchten.

Nik Nowaks Panzer (Foto: Nik Nowak)
Nik Nowaks Panzer (Foto: Nik Nowak)

Beide Werke treten in einer konfrontativen Installation in Dialog und schaffen ein Klang- und Kunsterlebnis, das die Besucher:innen in die akustischen Ausläufer der geopolitischen Stellvertreterkriege dieser Zeit ebenso eintauchen lässt wie in die synkopierten Grooves der hauseigenen Reggae-Truppe der Workers‘ Party of Jamaica, die zum Beispiel eine strandtaugliche Version der Internationalen spielten.

Im Kontext von Schizo Sonics wird ein 43-minütiges Audio-Essay vorgestellt, das auf Archivmaterial basiert, unter anderem dem DDR-Marschlied „Unsere Panzerdivision”. Das Essay wird von Jessica Edwards gesprochen und von Freestyle-Gedichten des Künstlers Infinite Livez untermalt und verbindet somit historische Klangwelten mit poetischen Reflexionen. So erweitert es die Installation um eine akustische und narrative Ebene, die Besucher:innen tief in die politischen und emotionalen Dimensionen von Klang eintauchen lässt.

GROOVE präsentiert: Schizo Sonics – Klang als Waffe im Kalten Krieg
29. November bis 2. März 2025
Militärhistorisches Museum Dresden

Der Eintritt ist kostenlos. Weitere Informationen zum Programm sind auf der Webseite des Militärhistorischen Museums verfügbar.

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