Minimal my ass. Das hier ist Maximal-Techno-Dance-Music. Subtilität nämlich ist die Sache des Justice-Duos nicht. Stattdessen digitaler Bratz-Fuzz-Dance-Rock, mit der Genauigkeit von Smart Bombs auf’s tanzwütige Publikum geworfen – Kollateral-Schäden sind dabei natürlich beabsichtigt. 1A Party-Gebollere also, jedoch nicht ohne Witz und gute Ideen. Zwar zieht sich Justices extrem saturierter Trademark-Verzerr-Sound durch alle Tracks des Albums. Doch unter dieser Oberfläche spielt sich Einiges ab, sei es funky mutierter New Jack-Swing, seien es Disco-Streicher oder clever gewählte Samples wie das von Goblin aus dem Soundtrack zu Dario Argentos Giallo-Film Tenebrae in dem durch alle Blogs dieser Welt gegangenen „Phantom“, oder sei es extremer Popappeal wie beim mit albernem Kinderchor versehenen „D.A.N.C.E.“. Und dabei schielt die Platte mit ungehörtem Druck in der Tube – und weitab von übermäßigem Beat-Repeat- und Cut’n’Paste-Massaker wie bei den Labelkollegen SebastiAn oder Mr. Oizo – direkt auf alle Tanzböden der Welt – seien es nun Proll- oder Connaisseur-Dancefloors. So Massen- wie Minderheiten-kompatibel zugleich, beweisen Justice mit ihrem Debüt-Album, dass sie die legitimen Erben von Daft Punk sind.

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