Ein Abend mit den Recyver Dogs. Wir holen die bepopen in einer Berliner Wohnung ab, in der sie gerade noch ein bisschen Musik gemacht haben. Zusammen geht’s im alten Benz durchs nächtliche Berlin ab in den Tresor, durch den Globus und die Treppe runter in den Keller. Wir mischen uns unters Publikum, schauen dem Live-Act der Jungs zu. Mal aus der Position des Tänzers unter dem Strobo, mal als Deckshark, um die Geheimnisse ihrer eigens für Live-Auftritte produzierte Software zu ergründen und mal als entrückter Betrachter der Visuals. Schließlich verabschieden wir die Recyver Dogs und winken dem Wagen nach, der in den frühmorgendlichen Verkehr abtaucht. Das mit Handy-Cams gedrehte Material ist zunächst einmal ein authentischer Mitschnitt eines speziellen Konzertabends. Immerhin sind die Autoren vom Fach (Bayerischer und Mitteldeutscher Rundfunk). Die Schnitte unterstreichen die jeweilige Stimmung. Ein besonderer Clou hier ist die Möglichkeit, zwischen zwei Tonspuren wählen zu können – eine ausschließlich mit der direkt aufgenommenen Musik, die andere mischt die Publikumsreaktionen hinzu. Zum anderen ist die DVD ein schönes Andenken an die besondere Atmosphäre im den Zeiten trotzenden Tresor. So fügen sich fast nahtlos die Aufnahmen von 1994 in jene vom Konzert rund zehn Jahre später. Die DVD ist je nach Gusto des Betrachters ein mit passenden Bildern versehenes Album mit unveröffentlichtem Material der Recyver Dogs oder ein mit einem Soundtrack angereichertes Zeitdokument über die ehemals wichtigste Institution Techno-Deutschlands.

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