In jener Nacht im Münchener Harry Klein habe das Publikum ihn veranlasst, über sich selbst hinaus zu wachsen, berichtet Richard Bartz im Info zu diesem Live-Album. Und auch die Aufnahme seines Sets hat ihn so überrascht und begeistert, dass sie nun als CD und DVD erscheint. „Live At Harry Klein“ ist auch ein neues Bartz-Album: zwölf der 15 Tracks sind unveröffentlicht. In seinen Grooves hat Bartz eine eigene Sprache des Euphorischen entwickelt: Die Beats fordern die Crowd ständig, ohne jemals ihre Energie ganz auszuspielen, sie sind zugleich entschieden und locker. Insgesamt kommen Bartz’ Tracks mit weniger Klangmaterial aus als bisher. Durch die Prägnanz der Elemente und die guten Variationen gelingt es ihm, mit vergleichsweise geringem Einsatz eine lässige Spannung zu erzeugen, die viel Spielraum für die Höhepunkte lässt.
Auf der DVD ist das Set mit einer Bildspur der Vpopeokünstlerin Betty Mü versehen. Immer wieder wird das Konzert im Club gezeigt, dazwischen erscheinen diverse Bilderserien, zum Beispiel marschierende Gestalten, Straßenszenen, nackte Körper oder abstrakte Grafiken. Alles ist farbig eingefärbt und im Rhythmus der Musik geschnitten. Die Bilder fallen gegenüber der Musik ab: Sie wirken ebenso in sich wie in ihrem Anknüpfen an die Techno-Visuals der Neunziger beliebig.

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