Bleep wird 10 dieses Jahr und lädt zum Geburtstagsständchen die ganze Bande ein. Und zwar alle, die die Plattform zu dem machen, was sie eben ist – ein Gatekeeper ohne Scheuklappen, der experimentelle Electronica ebenso wie Techno für die Peaktime fördert, zu Ambient chillt oder sich von wilden Experimenten die Beine auf dem Dancefloor verknoten lässt. Zum Gratulieren stellt Lone etwa seinen ersten Track seit „Air Glow Fires“ zur Verfügung. Sein „Lizard King“ zeigt, dass auch er Groove und Melodie ins Gleichgewicht bringen kann. „Aeolia“ von Machinedrum ist pure Breakbeatmagie mit Pop-Appeal, Dabrye schwankt mit „Click Clack“ zur Afterhour und das Horn in „That Horn Track“ ist ständig am Rande des Nervenzusammenbruchs. Da zeigt sich Untold von einer ziemlich zerstörerischen Seite. Shackleton besinnt sich ein klein wenig auf seine Skull Disco-Zeiten, denn „Ganda Rising“ erinnert an „I Am Animal“. Der Techno-Unterbau samt Bassline als Windgebläse ist allerdings stark gewöhnungsbedürftig und will auch nach öfterem Hören nicht richtig zünden. Oneohtrix Point Never und Nosaj Thing sind für Ambient zuständig, während Autechre mit „SYptixed“ die Geradlinigkeit dekonstruieren. Modeselektor, Nathan Fake, GAS und Byetone ergänzen das Aufgebot. Insgesamt eine extrem abwechslungsreiche Compilation, allerdings scheint nicht jeder Künstler Material erster Klasse zur Verfügung gestellt zu haben, somit sind auch einige schwächere Momente vorhanden.

 


Stream: DiverseBleep 10 (Preview)