BEHRINGER CMD Universelle modulare Midi-Controller

Text: Numinos
Erstmals erschienen in Groove 144 (September/Oktober 2013)

Schon die Ankündigung der neuen Controller-Serie von Behringer sorgte für einigen Aufruhr in den einschlägigen Foren – sowohl in Bezug auf den Preis, wie auch das dahinterstehende Konzept. Versprechen die Geräte der CMD-Baureihe doch universell einsetzbar, sehr erschwinglich und mechanisch formschön kaskadierbar zu sein. Wir hatten das Quintett aus CMD MM-1, PL-1, DV-1, DC-1, LC-1 zu Gast und berichten.

 

Konzept

 

Behringer CMD LC 1 (Bild zum Vergrößern anklicken)

Bei den CMD-Steuermodulen handelt es sich um Klassen-kompatible (Plug-and-Play), universell einsetzbare Controller, denen die vom USB-Bus gelieferte Spannung zum Betrieb ausreicht und die via MIDI Steuer- und Regeldaten senden und empfangen können. Alle Controller sind weitgehend neutral beschriftet und können daher als Kooperationspartner für unterschiedlichste Applikationen herangezogen werden. Ab Werk wird den CMDs eine LE-Version von Deckadance 2 beigelegt. Hier sind die möglichen Funktionen der Controller praktischerweise bereits vorgemappt. Ableton Live oder Traktor Scratch-Anwender dagegen müssen die bekannte Zeremonie aus Python-Skript kopieren, respektive TSI-Datei importieren durchführen. Eine weitere Gemeinsamkeit ist der hochformatige Formfaktor von 152 Millimetern in der Breite, 305 mm in der Tiefe und eine Höhe von 57 Millimetern und das grundsätzlich Design, bei dem alle Bedienelemente in und auf einem nachtschwarzen Plastikgehäuse montiert wurden, an dessen Unterseite eine Metalllasche eingelassen ist, mit der sich mehrere Geräte verbinden lassen. Wo sinnvoll, geben Taster durch Hintergrundbeleuchtung (beim LC-1 (s.o.) sogar vierfarbig) und Potenziometer vermittels eines LED-Kranzes visuelles Feedback über den aktuellen Zustand. Hier enden dann auch die Gemeinsamkeiten, denn untereinander variieren die Geräte in Bezug auf Ihr Layout und das entsprechende Einsatzgebiet natürlich gewaltig, weshalb wir die möglichen Betätigungsfelder einmal im Schnelldurchlauf vorstellen wollen.

 

Teile und herrsche

 

Behringer CMD MM-1 (Bild zum Vergrößern anklicken)

Als zentrale Steuerkonsole in einem CMD-Setup empfiehlt sich das Mixermodul MM-1. Dieser Aufgabenstellung entspricht es nicht nur mit dem Vorhandensein von vier USB-Buchsen zur Vernetzung ihrer Artgenossen aus der CMD-Serie, sondern vor allem durch die Konzeption als Vierkanal-Mischpult inklusive Crossfader, zentraler Meterbridge, vier Kanalpotenziometern, Cue- und Monitor-Tastern.

Behringer CMD DC-1 (Bild zum Vergrößern anklicken)

Ihm zur Seite werden nicht wenige Anwender sicherlich den DC-1 stellen wollen, der mit einem Navigations- und Effektsteuerungs-Sektion, sowie einer aus sechzehn Tastern bestehenden Trigger-Matrix an den Start geht.

Behringer CMD DV-1 (zur Vollansicht anklicken)

Als weiterer Mitspieler im CMD-Team betritt der DV-1 das Spielfeld. Er vereint auf seiner Frontplatte neben acht Cue-Tastern, vier Deck Switches (ABCD) und diversen Funktions-Buttons, drei Reihen mit jeweils vier Potenziometern, die sich – neben anderen möglichen Szenarien – in idealer Weise für die Effektsteuerung in Traktor Scratch empfehlen. Der LC-1 (s.o.) dagegen richtet sich sehr an Ableton Live- und Traktor-User gleichermaßen. Um deren Gunst buhlt er mit 32 vierfarbig hintergrundbeleuchteten Trigger-Pads in vier Spalten, die nach unten hin von den Funktionstastern Mute, Solo und Record abgeschlossen werden. Darüber hinaus warten oben acht Drehgeber und Taster auf ihren Einsatz.

Behringer CMD PL-1 (Bild zum Vergrößern anklicken)

Letzter im Reigen und auf den ersten Blick am offensichtlichsten auf die Verwendung im Bereich des digitalen Dejaying ausgelegt: der PL-1 Jogwheel-Controller. Mit seinem berührungsempfindlichen 4-Inch-Drehteller, Transport- und Effekt-Sektion, einem 14-Bit-Pitchfader, Pitch-Bends und Funktionstasten wie Sync, Scratch oder Search lassen sich mit seiner Hilfe insgesamt vier Decks (umschaltbar) dirigieren.

 

Fazit

 

Das Gesamtkonzept darf man grundsätzlich als gelungen bezeichnen, denn mit einem oder mehreren CMDs lassen sich alle typischen Steuer- und Regel-Aktionen der jeweils verwendeten Software haptisch umfassend zugänglich machen. Positiv überzeugen konnten – in Anbetracht des Preises – auch die mechanischen Eigenschaften von Fadern und Potenziometern, obwohl sich an Details wie etwa den Poti-Achsen aus Plastik, die nicht mit der Faceplate verschraubt sind, die Maßnahmen zur Senkung der Produktionskosten sehr klar identifizieren lassen. Ebenfalls der preisgünstigen Großserienproduktion geschuldet dürfte die Tatsache sein, dass alle Taster mit einem fühlbaren Schaltpunkt ausgestattet wurden. Erweist sich der deutliche Klick unter den Fingern beim Abfeuern von Cue-Punkten oder Effekten mit beispielsweise dem DV-1 noch als durchaus praxisgerecht, macht er das Triggern von Clips mit dem LC-1 zum echten Fingermuskel-Workout das nicht unbedingt zur Spielfreudigkeit beiträgt. Wesentlich geschmeidiger gestaltet sich dagegen die Arbeit mit beispielsweise dem PL-1, der für seine Aufgaben als Kommandant von Software-Decks bestens gerüstet und in Anbetracht der zusätzlichen Poti-Sektion angenehmerweise fast schon überqualifiziert ist.

UVP: 158,- Euro / Straßenpreis: ca. 129,- Euro (pro Controller)