Tyree Cooper gehört zur ersten Chicago-House-Generation aus den späten achtziger Jahren. Er veröffentlichte zahllose Platten und galt wegen seiner Raps als „Prince of Hiphouse“. Der mittlerweile in Berlin lebende DJ und Produzent ist einer der wenigen Musiker dieser Szene, der bis heute pausenlos veröffentlicht hat. Seit einigen Jahren tritt er mit dem Briten Bobby Starrr als Jack The Box auf. Nach einer ersten Maxi erscheint jetzt ihr erstes gemeinsames Album. Die meisten aktuellen House-Produktionen orientieren sich am fetten New Yorker Housesound der Neunziger, der Bässe und Drumming zu einer einzigen Wall-of-Sound verschmilzt. Cooper und Starrr benutzen die leichten, durchlässigen, schwebenden Drums des House der achtziger Jahre, die viel Raum für Bässe, Sounds und Vocals lassen. Statt einer müden Crowd in den Arsch treten zu wollen, scheinen die Grooves ganz und gar dem persönlichen Empfinden der beiden zu entsprechen. Dabei sind sie – anders als bei Loco Dice oder Sascha Dive – nicht alles. Sie bilden nur die Grundlage für ein vielfältiges, ideenreiches Pop-Album, das das gesamte Spektrum der afroamerikanischen Popmusik von Jazz bis Hip-Hop abdeckt: Lebensweisheiten kommen von Bam von den Jungle Brothers. Lady Blacktronika singt ein hingebungsvolles Liebeslied. Partybezogene Hiphouse-Raps kommen von Mandel Turner. Jeder Track setzt völlig neu an, und man ist wieder erstaunt, was Cooper und Starrr da am Start haben.

 


Stream: Jack The BoxSide A (Album Preview)