Nein, es ist nicht zu weit hergeholt, bei Mala In Cuba an den Buena Vista Social Club zu denken, jenes All-Star-Ensemble kubanischer Son- und Jazz-Virtuosen, das Ry Cooder und Wim Wenders vor 15 Jahren für ein Album und einen Dokumentarfilm zusammenbrachten. Denn auch das aktuelle, von Gilles Peterson organisierte Projekt funktioniert nach dem durchaus problematischen Worldmusic-Prinzip „Produzent aus der Ersten Welt trifft Musiker von exotischer Insel“. Mit dem Pianisten Roberto Fonseca ist sogar einer dabei, der mit der Buena-Vista-Band durch die Welt tourte. Dass das Ganze im Rahmen des „Havana Cultura“-Programms vom staatlichen kubanischen Rum-Hersteller Havana Club gesponsert wird, sorgt ebenfalls für einen unguten Beigeschmack. Man muss es dem britischen Dubstep-Pionier Mala hoch anrechnen, dass er all diese Klippen erfolgreich umschifft. Anstatt in schwelgerische Karibik-Romantik zu verfallen, nutzt er die in Kuba aufgenommenen Klavier-, Conga- und Gesangsspuren als Samplefutter für seine singuläre Vision von Hardcore-Rave als nach innen gekehrte Rhythmus-Meditation. So lässt es sich auch verschmerzen, dass dieses Album im Grunde als Export- und Tourismus-Werbung der Republik Kuba entstanden ist.

 


Groove TV: MalaCuba Electronic (Musikvideo)