Martin Gretschmann alias Console alias Acid Pauli unterläuft auf Mst die Erwartungshaltungen. Weder liefert er namensmottogetreu ravigen Stoff wie in der Frühzeit dieses Aliases, noch dockt er an vergangene Tracks an, die eher auf der abgedreht-verspulten Seite des (Bar25-) Dancefloors angesiedelt waren. Und er überlädt das Album auch nicht mit aufgeblasenem Konzept- und Sinngedöns. Überhaupt, Sinn des Lebens! Das Problem damit ist ja nicht, dass wir Menschlein keinen (mehr) finden, sondern dass wir überhaupt danach suchen und nicht mit unserem Leben und uns selbst zufrieden sind. Bringt uns ja auch keiner bei, klar, selbstverschuldet ist das in den seltensten Fällen. Aber Herr Acid scheint gute Lehrer und nette Eltern oder einfach Gen-Glück gehabt zu haben, denn sein Album – und auch viele seiner anderen Werke – transportieren diese angenehme Sinnlosig- und Leichtigkeit, die leider extrem rar ist, nicht nur in der Musikwelt. Wenn irgendwann ein Regisseur nochmals einen Italowestern drehen sollte, ein Genre, das in seinen besten Momenten ähnlich wie Acid Pauli schwerelose Tiefe und herzhaftes Schenkelklopfen wie nichts vereinen konnte, dann muss der Soundtrack aus dem Hause Gretschmann kommen.