Orbital haben in den neunziger Jahren das Electronica-Genre miterschaffen und schon vor Acts wie Prodigy elektronische Musik auf die Festivalbühnen gebracht. Nach einer Reihe schwächerer Alben wollte das Duo sich 2004 auflösen, die Live-Erfolge bewogen die beiden aber doch weiterzumachen. Tatsächlich ist Wonky durch und durch Open-Air-Musik: Man spürt sofort zertrampeltes Gras und fühlt die Feuchtigkeit der Nacht im Kapuzenpullover aufsteigen. Die Enge der Stadt und der Kontrast von Feiern und Alltag sind dieser Musik fremd. Sie erzeugt keinen Schweiß, hat keinen Sex-Appeal. Von aktuellem House und Techno aus betrachtet, ist Wonky eine ungewöhnliche Hörerfahrung. Das Album zielt nicht auf Punch und Konsistenz, es ist wie Bandmusik gebaut. Jedes Instrument soll zu Wort kommen. So hat es mehr mit einem Konzert der Improv-Hippieband Grateful Dead zu tun als mit einem Stück von Jamie Jones. Wonky ist durch und durch Spätwerk: Orbital sind absolut abgeklärt, es gibt keine Eitelkeiten mehr, kein Streben nach Höherem. Orbital sind, was sie sind: elektronisch und modern, trippig und esoterisch, träumerisch und kitschig.

 

Stream: OrbitalNew France (feat. Zola Jesus)