Wie schon die meisten seiner vielbeachteten Maxis bezieht auch das Debütalbum des Chicagoers Tevo Howard seine Attraktivität aus klassischen, seit den achtziger Jahren gängigen Klängen. Die Besonderheit der Tracks besteht im Arrangement von electroidem Drumming (harte Snaredrums auf die 2 und die 4) und sphärischer, phasenweise tiefgründiger Melodik, die das Album in einer stimmigen Oszillation zwischen abstraktem, technischem Clubsound und Dancepop-Instrumentals hält. Stimmen kommen überhaupt keine vor. Während ein potentieller Hit wie „Instruction (Acid Mix)“ für einen Augenblick wie ein euphorischer Aufbruch wirkt und vorstellbar wird, wie sich die Geburt von Housemusic angefühlt haben muss, belegt ein Track wie „Autum Spell (Top Shelf September Mix)“ das Album mit einer nostalgischen Aura, einem herbstlichen Nebelschleier, der vom Lake Michigan aufzieht und sich über alles legt. Musik für Mixtapes, für Autofahrten über die Interstate, aus der Stadt nach Suburbia, allein am Steuer. Die Ernsthaftigkeit im Umgang mit dem musikalischen Erbe der Stadt beeindruckt, wirkt aber über die volle Länge der Platte auch bedrückend. In der Spannung zwischen Wiederbeginn und Abschied hebt Tevo Howard mit seinem Musikwissen die Vergangenheit selbst kurz auf. P a n d o r a ’ s  B o x stellt die Frage, ob man sie wiederbeleben soll oder ihr nur noch hinterher trauern kann.