Als Techno Anfang der neunziger Jahre explodierte, war die Acpophouse-Revolution gerade vorbei. Von Anfang an verarbeiteten die Technoproduzenten auch Acpopelemente in ihren Tracks. Niemand konzentrierte sich so auf die knarzigen, quietschenden Sounds der genreerzeugenden Roland TB-303 wie das Frankfurter Duo Hardfloor. Ihre Musik erschien auf Sven Väths Label Eye Q, die Hits „Acpierience 1“ und „Transcript“ kamen bis in die britischen Charts. Es hieß, dass sie mehr Exemplare dieser Geräte besaßen als jeder andere Musiker. Manchmal steuerten sie bis zu sechs 303s gleichzeitig. Die Maschine hörte nie auf, sie zu inspirieren, in zwanzig Jahren produzierten sie 14 Alben. Jetzt fassen Hardfloor auf drei CDs ihre Arbeit zusammen. Die 33 Tracks sind nicht chronologisch sortiert, so dass interessante Verbindungen und Kontraste entstehen. Durch die eingesetzten Beats wird oft deutlich, aus welcher Zeit die Tracks stammen. Manchmal überschlagen sich die 303-Spuren zu einem apokalyptischen Sturm, manchmal operiert die Maschine konzeptuell und analytisch. Immer wird die einmalige Wärme und Körperlichkeit der sagenhaften Kiste spürbar.

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